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Tempel der Minerva, Stalhstich von Ludwig Schütze, Dresden 1807-1840

TEMPEL DER MINERVA AUF DER ACROPOLIS VON ATHEN

«.Also sprach, und enteilte die Herrscherein Pallas Athene. Auf das verödete Meer, aus Scherias lieblichen Fluren, Bis sie gen Marathon kam, und der weitbewohnten Athenä, Trat dann ins prächtige Haus des erechtheus." (Homer. Odyssee.) Der Haupttempel der jungfräulichen Pallas oder Minerva, die sich durch das Geschenk des Oelbaums dir Schutzherrschaft über ganz Athen erworben hatte, enthielt auch eine bewunderungswürdige Bildsäule dieser Göttin, von dem berühmten Phidias gearbeitet. Phidias schlug zuerst dem versammelten Volk eine Marmorart für die projectierte Bildsäule vor, und führte dafür an, dass dieser Stein seinen Glanz lange behalte. Man hörte ihm aufmerksam zu. Er setzte hinzu, dass dieser Stein auch das wohlfeilste Material sei. Da erhob sich lautes Murren des athenischen Volkes, es wurde beschIossen, dass Elfenbein und Gold der Stoff sei, aus welchem die Bildsäule der Schutzgöttin, ihrer und der Stadt würdig , gefertigt werden sollte. Jetzt stehen die Trümmer der alten Pracht unter den schmutzigen Hütten von Athiniah; und wenn der Mond traurig die Gegend bescheint, sitzt die Eule, Minervens Vogel, auf den zerfallenen Mauern, um durch ihren Anblick und durch ihr Geschrei die düstre Schwermut des Eindrucks zu vollenden.