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Vollmer, Adolf Friedrich (1806-1875)
ATHEN
Tempel des Theseus
Stahlstich 1830

TEMPEL DES THESEUS ZU ATHEN.

„Dich mächtiger Theseus, Staunte Marathon einst ob dem Blut des Kretischen Stieres ; Dass furchtlos vor dem Eber der Landmann Krommyon ackert Ist Dein Werk und Geschenk; durch Dich einst sah Epidaurus Fallen in Todesschlaf Vulkans keulhebenden Sprössling, Fallen Cephisios Ufer den grässlichen Wüther Prokrustes Und des Cercyon Tod dankt Ceres' Stadt, Dir, Eleusis. Jener auch, Sinnis, erlag, der gewaltige Kräfte gemissbraucht. Zählen wir Deines Ruh m's Denkmal' und die Jahre des Lebens, Drückt die Jahre der Thaten Last. Dich, Tapferster, ehrt rings Dankenden Volkes Gelübd, Dir schlürfen wir bacchischen Nektar.
Ovid

Noch jetzt steht der Tempel dieses attischen Heros, den Athen als seinen Stifter verehrte, erhalten, wie kein anderes Denkmal der Grösse Athens, in der Ebene, nur wenige Schritte von dem Hügel des Areopag entfernt. Säulen in edlem dorischen Styl umgeben den von pentelischem Marmor aufgeführten Tempel, dessen Gicbelfelder mit den Darstellungen der Heldenthaten des Theseus und Herkules, der Kämpfe mit den Centauren und Amazonen geschmückt sind. Nicht sowohl die Grösse und das Colossale der Formen, als vielmehr die Symmetric derselben und der edle einfache Charakter des Ganzen hat die Bewunderung der Nachwelt diesem Heiligthume zugewendet. Noch jetzt versammeln sich zur festlichen Zeit um Ostern Tausende um den Tempel und füllen in buntem Gemisch die Ebene.