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THEBEN.

Mitten in der fruchtbaren Ebene Böotiens, welche ein Arm des Cithäron durchstreicht, lag das siebenthorige Thebe auf schwarzem Boden, der für Getreide und Gartenfrüchte gleich fruchtbar, auch herrliche Weiden und Triften darbot. Während im Winter und Spätjahr oft Nebel und Dust unfreundlich die Ebene drückten, gewährte die Kühle des Klimas und die die frischen und zahlreichen Quellen einen angenehmen Sommeraufenthalt. Um einen Berg, auf welchem die vom Phönizier Kadmos angelegte Burg thronte, dehnte sich die Stadt in dem Umfang von mehr als vierzig Stadien -einer deutschen Meile - aus, früh in der hellenischen Sage berühmt und vielfach von Dichtern besungen, später Hauptort des böotischen Landes, und eine Zeit lang, durch den Heldenmuth eines Pelopidas und Epaminondas, an die Spitze des gesamten Hellas gestellt. Aber schon die Kriege der Römer zur Unterjochung Griechenlands. dann, später die verheerenden Züge der Goten und Vandalen haben die mächtige Stadt, die nach ihrer Zerstörung durch Alexander von Macedonien aus den Trümmern sich wieder erhoben hatte, so zerstört, dass sic fast ganz von dem Erdboden verschwunden, nur wenige Spuren ihrer alten Grösse zurückgelassen hat Ein elendes Dorf ist jetzt auf der Stelle erbaut, wo einst die kadmeische Brurg, der alte Herrschersitz der Fürsten Thebens, sich erhob.