Albiker, Karl
(1878-1961)

 
 
 

Albiker, Karl (1878-1961)

Akt mit Krug

Nude with a jug

Farblitho, signiert, numeriert 12/150
Litho in colours, signed, nubered 12/150

Enstehungszeit / time of origin: ca.1920
Größe/size in cm:47x35
Preis/Price:
€ : 320,00

Albiker, Karl, dt. Bildhauer, *16.9.1878 Ühlingen/ Schwarzwald, †26.2.1961 Ettlingen b. Karlsruhe. Stud.: 1898/99 AK Karlsruhe bei Volz; 1899/1900 Paris, Acad. Julien, Mai-Juli 1900 bei Rodin; 1900 bis 1903 AK München. 1903-05 Romaufenthalt. 1905 Bezug seines Atelierhauses in Ettlingen. Ab 1908 Mitgl. der Badischen Sezession. 1910 Villa-Romana- Preis, verbunden mit einem Jahresaufenthalt in Florenz, 1911 Rückkehr nach Ettlingen. 1915-17 Militärdienst. 1918 Mitgl. der Neuen Münchener Sezession. 1919 Professurangebote der Akad. Dresden und Karlsruhe. 1920 Umzug nach Dresden. 1922 Mitgl. der Preuß. AK in Berlin. 1925 Ehrendoktorwürde der Stadt Karlsruhe für sein Athene-Denkmal anläßl. der 100-Jahrfeier der TH. 1936 Griechenlandreise. Seit 1937 korrespondierendes Mitgl. der Wiener Sezession. 1943 Goethe-Med. Febr. 1945 Zerstörung seiner Wohnung und des Ateliers beim Bombenangriff auf Dresden. 1948 endgültige Rückkehr nach Ettlingen. 1953 Hans-Thoma-Preis, 1957 großes Bundesverdienstkreuz. – A.s Darstellungsgebiete reichen von der Einzelfigur über das Bildnis, das Relief, das Ehrenmal, die Kleinplastik und die Med. bis zur monumentalen Bauplastik. Dieser Vielfalt entspricht auch seine Materialflexibilität: Stein, Holz, Zink, Terrakotta, glasierte Keramik, Stucco, Bronze. Prägende Vorbilder sind Rodin (Lachender weibl. Kopf, Bronze, 1902) und Mailol (Knieende auf Polster, Bronze, 1907). Daneben lassen sich Einflüsse der ital. Renaiss. (Reliefs der Christuskirche Mannheim, Stein, 1909/10) sowie der Antike (Mädchen mit Blume, Grabstele, 1912) nachweisen. A. setzt sich schriftl. mit den Ideen A. v. Hildebrands auseinander. Diesen ablehnend, entwickelt er eine eigene Theorie nach dem Vorbild der Griechen des 5. Jh. v. u. Z. – Er fordert die Darst. der Bewegung als Überwindung materieller Schwere, d. h. das "entmaterialisierte Material" als Ausdruck formgewordener Bewegung. Vom Formwillen (Bewegungsdarst.) ausgehend, solle der Bildhauer Material finden, das diesem Formwillen gerecht wird. Als ideales Material für die Darst. äußerst motorisch bewegter Körper sieht er die Bronze an. A. hat diesen Anspruch an die Bildhauerkunst in vielen Kleinbronzen realisiert, bes. in denen der Vor- und unmittelbaren Nachkriegszeit des 1. Weltkrieges (Fliehende, Bronze, 1909; Bewegung, Bronze, 1910/11; Giulietta, Bronze, 1918). Insgesamt gesehen stellt diese Zeit seine erste erfolgreiche Schaffensperiode dar. Eine zweite folgt als Prof. an der AK Dresden, verbunden mit zahlr. öffentl. Aufträgen (Pallas Athene, Bronze, TH Karlsruhe, 1925; Germania, Bronze, Städt. Friedhof Freiburg, 1929; Sitzende Minerva, Bronze, Univ. Heidelberg, 1931). Seine Monumentalplastiken, die von den Machthabern des Dritten Reiches offiziell anerkannt und auch für ihre Bauten verwendet wurden, sind charakterisiert durch die Verquickung antiken und traditionellen dt. Gedankenguts als zeitspezifische Denkmäler und streben zu allgemeingültigem Ausdruck (nach 1933 zuweilen mit Neigung zu monumentaler Schwere). Seine Porträts sind größtenteils durch sensibles Einfühlungsvermögen und gute Charakterschilderung gekennzeichnet. In seiner Formgebung kommt es A. darauf an, das Wesentliche zu betonen. Klare Linien, Horizontale, Vertikale bzw. Diagonale, deren Überschneidung und Überlagerung, lassen sein strenges, von geometrischen Grundkörpern ausgehendes Gestaltungsprinzip erkennen. So wird meist Reflektiertes, teils aber auch Spontanes modelliert. Er ist zwar bis zu einem gewissen Grade fähig, Einflüsse der Moderne in seiner Kunst zu verarbeiten – so besitzen einige seiner Plastiken dominierend abstrahierende Elemente – dennoch bleibt A. in seiner Grundeinstellung der gegenständl. Bildhauerei mit Orientierung am Naturvorbild verhaftet. WERKE BERLIN-CHARLOTTENBURG, ehem. Reichssportfeld: 2 Diskuswerfer, 2 Staffelläufer, 1936. DRESDEN, Albertinum: Giulietta, Bronze, 1918 (auch in Ettlingen); Hl. Sebastian, Holz, 1920; Bildnis des Malers Ludwig von Hofmann, getönter Stuck, 1927. – Stadtmus.: Karl Hofer, Bronze. – Hygiene-Mus.: Hygieia. – Strehlen, ehem. Luftgaukommando: Ikarusrelief, 1938. ETTLINGEN, Schloß, Karl-A.-Stiftung: Nachlaß des Künstlers mit fast allen noch erhaltenen Werken u. a.: Lachender weibl. Kopf, Bronze, 1902; Hl. Sebastian, Bronzeentwurf, 1923; Frau mit Turban, Bronze, 1919; Kauernde, Bronze, 1948. FREIBURG, Augustinermus. GREIZ: Gefallenenmal, 1926. KARLSRUHE, TH: Pallas Athene, Bronze, 1925. LEIPZIG, Mus. der bild. Künste: Walküre, Bronze, 1899/1900; Weibl. Kopf, Bildnis Annele Schindler, 1902; Knieende auf Polster, Bronze, 1907; Kauernde, 1910/11; Weibl. Kopf, 1911; Junges Mädchen, 1914-18; Fiorentina, Bildnis Hilde, Bronze, 1918; Die Grazien, 1922; Bambino, Halbfigur eines Knaben, Bronze, 1945/46. MANNHEIM, Kunsthalle: Frenzel, Büste, Bronze, 1907; Fliehende, Gips, 1909; Bewegung, Bronze 1910; Jüngling, Bronze, 1910 (Abgüsse auch in Essen, Folkwang-Mus., und Ettlingen); Mutter, Büste mit Halskrause, Bronze 1922 (auch in Ettlingen); Lo als Pierrot, engl. Zement, 1923. SELBSTZEUGNISSE Das Problem des Raumes in den bildenden Künsten, Ein Fragment, Ffm. 1962; Die Probleme der Plastik und das Material des Bildhauers, in: Dt. Kunst und Dekoration 45:1919, 171-182, Abb. AUSSTELLUNGEN E: 1939 Mannheim, Kunsthalle (Kat.) / 1940 Berlin, Gal. Buchholz / 1978 Ettlingen, Schloß: Gedächtnisausst. zum 100. Geb. von A. – G: 1901 München, Glaspalast / 1904 Berliner Sezession / 1906 Karlsruhe: Jubiläumsausst. / 1917 Winterthur, Mus.: Dt. Werkbund (Kat.) / 1918 Kopenhagen, Den friendstillingsbygning: Dt. Werkbund (Kat.) / 1924 Zürich, Internat. Kunstausst. / 1931 ebd., Freilichtplastikausst. / 1933 Dresden: Gemeinschaftsausst. dreier Künstlergruppen (Kat.) / 1934 ebd.: Sächs. Kunstausst. / 1937 München, Große dt. Kunstausst. / 1938 Warschau: Zeitgenöss. dt. Plastik / 1938, ’40 Mannheim, Kunsthalle / 1946, ’49, ’53 Dresden, Dt. Kunstausst. / 1951 Hannover: Dt. Bildhauer der Gegenwart (Kat.); München, Haus der dt. Kunst: Badische Sezession / 1953 Karlsruhe, Kunstver. / 1954 Speyer, Pfälz. Sezession / 1956 Recklinghausen, Kunsthalle: Dt. Kunstpreisträger seit 1945 (Kat.) / 1964 Ettlingen, Schloß / 1966 Berlin, Staatl. Mus.: Dt. Kunst 19./ 20. Jh. / 1979 Köln, Gal. von Abercron: Ausst. der Interessengemeinschaft Maximilienstr. zum Thema Skulpt. (Kat.) / 1982 Duisburg: Hommage à Lehmbruck (Kat.). BIBLIOGRAPHIE ThB I, 1907; Vollmer I, 1953. Lex. der mod. Plastik, M./Z. 1961; LdK I, 1968. – L. Ziegler, Rheinlande 11:1911 (2) 80-83; id., Die Plastik 1913 (6) 46-56; A. E. Brinkmann, Dt. Kunst und Dekoration 39:1917, 391-403; M. Sauerlandt, Dt. Bildhauer um 1900, Königsstein/Taunus 1927; A. Hentzen, Dt. Bildhauer der Gegenwart, B. 1943, 48-53; W. Passarge, K. A., Ekkart-Jb. 21:1940, 72-81; B. Werner, Die dt. Plastik der Gegenwart, B. 1940, 40-44; H. v. Buttlar, Marburger Jb. für Kunstwiss. 15:1949/50, 251-272 (57 Abb.); U. Gertz, K. A., Baden 2:1950 (6) 31 s.; F. Roh, Gesch. der dt. Kunst von 1900 bis zur Gegenwart, M. 1958, 308 s., Abb.; id., Dt. Plastik von 1900 bis heute, M. 1963, 63; Weltkunst 31:1961 (6) 10; H. L. Zollner, in: Ekkart 1962, 201-204; W. Grzimek, Dt. Bildhauer des 20. Jh., M. 1969, 105-108; H. R. Fuchs, Plastik der Gegenwart, Baden-Baden 1970; R. Müller-Mehlis, Die Kunst im Dritten Reich, M. 1976, 109, 114, 171, 193; Carl Albiker, Karl A. Werkbuch, Karlsruhe 1978 (Verz. aller Werke mit Abb., ausführl. Lit.- und Ausst.-Verz.); H. Knauber, A., Führer durch die Karl-A.-Stiftung, Mus.-Gesellschaft Ettlingen 1978; F. Löffler, Das alte Dresden, L. 1982, 422, 425; M. Jager, K. A. (Diss.), Heidelberg 1982.

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