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Beatrizet, Nicolaus (1507-1577)
Beatrizet (Beatricetto), Nicolas, Kupferstecher, Kupferdrucker, Stichverleger aus Lothringen, tätig in Rom, *um 1507/15 Thionville (Lunéville), †nach 1577 Rom. Nach J.Adhémar verschwägert mit einer gleichnamigen lothring. Goldschmiedefamilie, die im 16.Jh. in Nancy und Rom tätig war. Seine Ausbildung in Rom ist ungeklärt. Gori Gandellini nahm eine Kupferstichlehre bereits 1532 bei Marcantonio Raimondi in Rom an, dessen Atelier hatte jedoch den Sacco di Roma 1527 nicht überlebt. Nach A.Zanetti und A.Petrucci kann B. dem aus der Franche-Comté stammenden Verleger Antoine Lafréry nach Rom gefolgt sein, mit dem er sich später eng verbindet, dessen Tätigkeit dort jedoch nicht vor 1542 nachweisbar ist. Dagegen wird B.s Tätigkeit in Rom bereits 1540 durch seinen (ersten?) Stich Kain erschlägt Abel (nach Raffael) bezeugt. Dort bleibt er bis zu seinem Tode, dessen Datum unbek. ist, jedoch nach dem traditionell angenommenen Jahr 1565 liegen muß, denn er arbeitet sein Portr. Pius IV. um in ein Portr. Pius V., der erst Jan. 1566 zum Papst gewählt wird. Nach J.Adhémar sind die beiden Stiche der Rosenkranzmadonna mit dominikanischen Ordensleuten wahrsch. erst in der Folge der Wiederbelebung des Rosenkranzkultes nach der Schlacht von Lepanto (1571) entstanden. Schließlich ist sein von Nagler bekanntgemachter Stich Christus mit der Erdkugel (London, Brit.Mus.) mit der Jahreszahl 1577 bez.: "Ant. Lafreri excudebat Romae. MDLXXVII". Ungeklärt ist auch der Umfang von B.s Werk. Vasari erwähnt 1550 als erster einige Stiche nach antiken Sarkophagen, Tiermotiven sowie nach Vorlagen von Girolamo Muziano: Erweckung der Tochter des Jairus; Michelangelo: Verkündigung; Giotto: La Navicella (Hl. Petrus schreitet auf dem Wasser). Jean-Pierre Mariette unterscheidet als erster B.s Oeuvre von dem des "Meisters mit dem Würfel", mit dem er lange verwechselt wurde. Dies gilt, aufgrund des ähnl. Monogramms, auch für Natale de Sebenico. Mariette schreibt B. (in seinen "notes manuscrites") 73 Stiche zu; Huber 57; Bartsch 108; Blanc 109; Robert-Dumesnil 114; André Linzeler 121 (Paris, Dép. des Estampes). B. wurde durch den Stil Marcantonio Raimondis und dessen Schüler Agostion Veneziano und Giorgio Ghisi beeinflußt. Kopiert auch Stiche dieses Kreises: nach Raimondi Das letzte Abendmahl (nach Raffael); nach Marco Dente Reiterstatue des Marc Aurel und Bethlehemitischer Kindermord (nach Baccio Bandinelli). In korrekter, obwohl wenig inspirierter Zchng und trotz gelegentlicher Härten in der Ausführung ist B. ein getreuer Interpret der Künstler. Beginnt um 1541 mit Raffael: Joseph erzählt seine Träume; Auferstehung; Christus in der Vorhölle; Hl. Michael. Einfühlsamer sind seine Stiche nach Michelangelo, eine Reihe mytholog. Themen (nach S.Massari um 1542) nach Zchngn für Tommaso Cavalieri: Raub des Ganymed; Strafe des Tityos; Sturz des Phaeton; Kinderbacchanal; Der Traum; weiter die drei 1547 dat. Stiche (Jeremias; Beweinung Christi unter dem Kreuz; Pietà, nach der Gruppe in St.Peter); die Verkündigung und Christus und die Samariterin nach den Zchngn für Vittoria Colonna; sowie v.a. die 10 Bll. nach dem Jüngsten Gericht, voll. 1562, und die Anbetung der Hirten, 1564. Arbeitete auch nach Vorlagen von Giotto; Tizian; Francesco Salviati: Opfer der Iphigenie, 1563; Baccio Bandinelli: Kampf der Vernunft und der Leidenschaft, 1545; Giuseppe Salviati: Christus am Kreuz (London, Brit. Mus.); Girolamo Muziano: Hl. Familie mit Johannesknaben; Erweckung der Tochter des Jairus; Hl. Elisabeth besucht die Kranken; Hl. Veronika mit dem Schweißtuch (London, Brit. Mus.). Tendenzen der Gegen-Reformation werden spürbar in Arbeiten wie Martyrium der achtzehn Kartäusermönche, 1555; Kreuzesstamm von Maria und Hll. verehrt, 1557; Vero Retratto di Sancta Maria di Loreto, sowie in Bll., die mit der frz. polit. Propaganda zusammenhängen, wie Portr. König Heinrichs II., 1556 und 1558; Plan mit der Belagerung von Thionville, 1558. Ab 1548 spezialisierte sich B. auf Darst. von Mon., Bas-Reliefs und antiken Skulpt., darunter Pantheon, 1549; Tempel der Fortuna Virilis, 1550; Circus Flaminius, 1552; Kampf röm. Soldaten gegen die Dakier, Relief vom Konstantinsbogen, 1553; Colonna Lactaria; Obelisk von Alexandria. War wesentl. beteiligt an dem 1567 von A.Lafréry ed. archäolog. Werk Speculum Romanae Magnificentiae. Mitarbeit an zahlr. Buch-Ill., darunter: Trattato di scientia d’arme von Camillo Agrippa, 1553; Compendio de la Anatomia von Juan de Valverda, 1556; L’Aquatilium Annimalium Historiae, Liber primus von Ippolito Salviani, 1557. War für versch. Verleger tätig: seit 1540 für Antonio Salamanca; 1541 und 1550 für Tommaso Barlacchi; 1542-77 für A.Lafréry und 1552-53 für Michele Tramezzini. Scheint sich um 1558 als Drucker und Verleger selbständig gemacht zu haben. Seine Stiche wurden, aufgrund ihres großen Erfolgs, häufig kopiert und auch nach seinem Tod mehrfach wiederaufgelegt, u.a. durch Claudion Duchet, Orazio Paficio, Nicolaus van Aelst, Giovanni Orlandi, Hendrick van School. Mehrere abgenutzte Platten wurden durch Philipp Thomassin (†1622) überarbeitet. Im 17.Jh. wurden noch Abzüge hergestellt von De Rossi, im 18.Jh. von Carlo Losi. Um 1823 ließ die päpstl. Regierung die in der Calcografia Camerale befindl. Platten durch Anbringung von Weinlaub verzieren. WERKE In zahlr. Graph. Slgn vertreten, darunter: LONDON, Brit. Mus. – V.&A. Mus. PARIS, Bibl. Nat., Dép. des Estampes (vollständigste Slg). ROM, Ist. Naz. per la Grafica, dort auch aus der Calcografia Naz. stammende Kupferplatten: Bethlehemitischer Kindermord; Jüngstes Gericht; Christus und die Samariterin; Opfer der Iphigenie; der Tiber; Amazonenschlacht; sowie 3 Kopien. WIEN, Albertina.
Circus Flaminius, 1552
Circus Flaminius,
1552
Kupferstich, aufgezogen
Copperplate, mounted
Enstehungszeit / time
of origin: 1552
Größe/size (in cm.) ca.:37,2x55,2
Preis/Price:
€ :
800,00
Best.Nr/Order#: 003551
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