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Earlom, Richard (1743-1822) nach Luca Giordano (1632-1705)
Earlom, Richard, brit. Reproduktionsstecher, *1743 London, †9.10.1822 ebd. Erste künstler. Anregungen angebl. durch die Beschäftigung mit den Dekorationsmalereien von Giovanni Battista Cipriani auf der Prunkkutsche des Londoner Lord Mayor, woraufhin E. Ciprianis Schüler geworden sein soll. 1757 gewann er einen Preis der Soc. of Arts in der Kategorie "Zchngn unter 14 Jahren", in den folgenden Jahren bis 1765 jeweils einen weiteren Preis für eingereichte Zchngn. Zwei davon (1759/1761) entstanden nach Skulpt. in der Slg des Herzogs von Richmond, in der Cipriani ab 1758 eine Zeichenklasse unterhielt. 1762 stellte E. eine Zchng Tanzender Faun in der Free Soc. of Artists aus. Um 1763 kam er, vermutlich über Vermittlung Ciprianis, mit dem Verleger John Boydell in Kontakt, der fähige Zeichner für seine großen Reproduktionswerke suchte, namentlich für "A Coll. of Prints Engraved after the Most Capital Paintings in England" (1769-92). Spätestens ab 1764 lieferte E. für das Unternehmen Stichvorzeichnungen. Gleichzeitig beschäftigte er sich, wohl auf Anregung und unter Anleitung Boydells, selbst mit dem Reproduktionsstich und entwickelte sich in der Folgezeit zu einem der Hauptmeister des engl. Mezzotinto-Stiches, dessen Werk bereits von seinen Zeitgen. hoch geschätzt wurde. – Bek. sind 541 von E. bearbeitete Platten (Rubinstein, Anm. 56), die meisten verlegt bei John und Josiah Boydell. 1766 erschienen die ersten Bll. für die "Most Capital Paintings", noch vorwiegend in Radiertechnik: Jakobs Kampf mit dem Engel, nach Salvator Rosa; Jakob begräbt Labans Götzen, nach Sébastien Bourdon u.a. Im gleichen Jahr gewann er den ersten Preis der Soc. of Arts in der Kategorie "Radierungen – Historienstücke". 1767 kamen seine ersten Arbeiten in reiner Mezzotinto-Technik heraus: Ein Selbstporträt nach Rembrandt, die Hl. Familie nach Guercino und Liebe in Fesseln nach Guido Reni. Zw. 1771 und 1777 erschienen bei Boydell E.s Stichreproduktionen von Claude Lorrains in der Slg des Herzogs von Devonshire in Chatsworth befindl. Zeichnungskopien seiner Gemälde. Die 200 Bll. des sog. Liber Veritatis wurden 1777 in zwei Bänden erstmals zusammengefaßt veröff. und 1819 um einen dritten Band mit 100 Reprod. E.s nach Zchngn von Lorrain in engl. Slgn ergänzt (Aquatinta, Mezzotinto, Rad., Kreidemanier). E.s Meisterstiche erschienen in der zw. 1774 und 1788 von Boydell hrsg. Ser. "A Set of Prints Engraved after the Most Capital Paintings ... in the Possession of the Earl of Orford at Houghton Hall" (2 Folio-Bde 1788). Die sog. Houghton-Gall. reproduziert die Hw. der berühmten, von Sir Robert Walpole, Earl of Orford, zusammengetragenen Slg von Gemälden alter Meister, die 1779 an Katharina II. von Rußland verkauft wurde. Von den insgesamt 162 Bll. der Ser. stammen 26 von E., zumeist Mezzotintos kombiniert mit (Linien-)Radierung. Während in den früheren Mischtechniken die Rad. überwiegt und die geschabten Partien lediglich in der Art einer Lavierung angelegt sind, zeigen E.s Houghton-Gall.-Bll. die Schabkunst auf der Höhe ihrer techn. Möglichkeiten bei der Gem.-Reprod., v.a. in den fein gestuften Valeurs und den effektvoll-lebhaften Oberflächentexturen. Bes. hervorzuheben sind die beiden Blumen- und Früchtestilleben nach Jacob van Huysum (1778 bzw. 1781) und David und Abisag nach Adriaen van der Werff (1779). E.s 1786-89 bearbeitete Platten für Boydells "A Coll. of Prints after the Sketches and Drawings of the late celebr. G. B. Cipriani Esq. ..." (1789) zeigen seine souveräne Beherrschung der gängigsten Reproduktionstechniken, darunter auch Crayon- und Punktiermanier. Neben den Serienwerken hat E. für Boydell auch zahlr. Einzelblätter geschaffen, z.B. Die Wassermühle nach Meindert Hobbema (1769), Die Hufschmiede und Die Eisenschmiede nach Joseph Wright of Derby (1771 bzw. 1773) oder Die Hölle nach David Teniers II (1786). Zw. 1770 und 1780 kamen außer Boydell nur gelegentlich, ab ca. 1793 auch zunehmend andere Verleger zum Zuge, wie Robert Laurie, John Whittle, Robert Sayer (für diesen z.B. die beiden Gruppenbilder der Royal Academy 1772 nach Michael Vincent Brandoin und 1773 nach Johann Zoffany) oder Benjamin Beale Evans. Letzterer veröffentlichte zw. 1790 und 1793 einige Bll. nach George Stubbs (The Gamekeepers; The Labourers), Gainsborough, Rubens u.a., die E. und sein Freund Robert Laurie unter dem Pseud. Henry Birche bearbeitet hatten (Lennox-Boyd u.a.), wahrsch. um Exklusivverträge mit ihren Verlegern zu umgehen. 1795-1800 führte E. für Boydell noch sechs Mezzotintos nach Hogarths Marriage à la Mode aus, 1799 drei große Mezzotinto-Farbstiche zu R.J. Thornton, "The Temple of Flora" und 1810-15 20 Platten für Woodburn, "100 Portr. of Illustrious Characters in Brit. Hist.". Gegen 1817 endet die Produktion des zunehmend unter Sehschwäche leidenden E. – Sein Porträt befindet sich im 2. Band der Liber Veritatis-Gesamtausgabe von 1819, gestochen von Thomas Lupton nach einem Gem. von Gilbert Stuart. WERKE CAMBRIDGE, Fitzwilliam Mus. COBURG, Kpst.-Kab. LONDON, BM. – Nat. Portr. Gall. – R.Soc. of Arts. LOS ANGELES, County Mus. of Art. MULHOUSE, MBA. OXFORD, Ashmolean Mus. WINDSOR/Berks., Windsor Castle, R. Coll. WOBURN, Libr.
Galathea
Galathea
Mezzotintoradierung
mezzotinto-etching
Enstehungszeit /
time of origin: 1779
Größe/size (in cm.) ca.:42x55
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