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Unbekannter Künstler / unknown
artist,Hermannsdenkmal,Arminius memorial

Unbekannter Künstler / unknown artist

Hiddesen bei Detmold
Hermannsdenkmal
erbaut von Johann Ernst von Bandel
Arminius memorial

Bandel, Joseph Ernst von, dt. Bildhauer, Architekt, *17.5.1800 Ansbach, 25.9.1876 Neudegg b. Donauwörth. Vater Appellationsgerichtsdir.; 1813 geadelt; die Mutter war Tochter eines Hofbediensteten. Die frz. Besatzung seit 1805 und der Befreiungskrieg 1813 prägten als Kindheitserlebnisse Bandels patriot. Gesinnung. Seit 1814 Zeichenunterricht beim Kupferstecher Albert Christoph Reindel, Dir. der Nürnberger Maler-Akad., sowie erste Porträtreliefs (nicht erh.). 1816 geht B. nach München, um Förster zu werden, entschließt sich aber dann doch zu künstler. Betätigung, da ihn der Architekt Karl von Fischer als Schüler und Mitarbeiter bei der Innenausstattung des Hoftheaters annimmt. Nach dem Tod des Vaters 1818 in finanzieller Bedrängnis, wird er vom bayer. König unterstützt; 1819 Hofbauzeichner. Erste Ideen zu einem Hermannsdenkmal. 1820 lehnt er die Ausbildung durch Leo von Klenze ab, weil dieser die Gotik geringschätze. Stud. der Malerei an der AK München bei Peter und Robert von Langer, Moritz Kellerhoven, Joseph Hauber, Andreas Seidl, Wilhelm von Kobell, Carl Ernst Christoph von Heß, sowie der Bildhauerei bei Johann Nepomuk von Haller. Im gleichen Jahr stellt er bereits einen klassizist., lebensgroßen Ruhenden Mars (Gips, nicht erh.) aus. 1822-23 in Nürnberg unter seinem ersten Lehrer Reindel an der Erneuerung des got. Schönen Brunnen mit 11 der 40 Figuren beteiligt (in Sandstein teils eigenhändig, teils durch Jakob Daniel Burgschmiet). Gleichzeitig 1. Fassung einer Caritas und Porträtbüsten, 1824 Allegorien der Jahreszeiten für ein von Klenze entworfenes Säulendenkmal des Gartengestalters Friedrich Ludwig von Sekell. 1825-27 finanziert ihm König Maximilian I. Joseph eine erste Italienreise. B. studierte v.a. in Rom, Florenz, Siena, Neapel, Salerno. Lernt u.a. Berthel Thorvaldsen kennen (ohne dessen Schüler werden zu wollen), lehnt die Nazarener ab und schließt sich Joseph Anton Koch, Johann Christian Reinhart und den Gebrüdern Riepenhausen an. Es entstehen Büsten, eine 2. Caritas (Marmor, 1858 in New York zerst.) und ein biedermeierliches Mädchen mit Orakelblume (Gips, nicht erh.). 1827-34 in München, wo er unter Leitung von Christian Daniel Rauch am Giebelfeld der Glyptothek (nach einem Entwurf von Martin von Wagner und Modellen von Haller) Porträts ausführt. 1832 Vorstandsmitgl. des Kunstver. Seit 1827 verheiratet mit Karolina von Kohlhagen, Tochter eines Landrichters in Nürnberg (bis 1840 5 Söhne, darunter der spätere Bildhauer Heinrich, cf. Artikel). Freundschaft mit dem Germanisten Hans Ferdinand Maßmann, Mitbegründer des nationalen Turnerwesens. Unzufrieden mit der Behandlung durch Ludwig I., übersiedelte B. 1834 nach Berlin, wo er aber trotz Präsentation mehrerer Arbeiten in der Akademie-Ausst. keine Förderung erfährt. Im gleichen Jahr geht B. nach Hannover, wo er, empfohlen durch seinen röm. Freund Ernst Ebeling, von König Wilhelm IV. mit Reliefs für die Säle des neuen Residenz- oder Leineschlosses und die Schloßkirche beauftragt wird (nur Reste erh.). 1836-37 entsteht für Göttingen das Standbild Wilhelms IV. als Förderer der Univ. (im Zeitkostüm dargestellt; Eisenguß in Elbingerode fehlerhaft ausgeführt) und das Giebelrelief am neuen Aulagebäude. 1837-46 in Detmold ansässig, um sich der selbstgestellten Aufgabe zu widmen, auf der dem Fürsten zur Lippe gehörenden Grotenburg (Teutberg) dem german. Cheruskerfürsten Hermann (Arminius) ein Denkmal zu errichten. Ein Modell stellt B. erstmals 1834 in Berlin aus. 1838 wird in Detmold ein Denkmalsver. gegründet, gegen dessen kritische Einwände sich B. bald wehrt. 1838-39 und 1843-44 Arbeit an Marmorskulpt. in Carrara. Neben dem Unterbau des Hermannsdenkmals entstehen freie Plastiken, Porträtbüsten, Grabmäler, kirchliche Plastik, Bauplastik, Denkmals- und Architekturentwürfe; 1838 ein silberner Tafelaufsatz für Major N.L. Beamish (Soldaten um einen Eichenbaum, nur Nachgüsse erh.). B. erwägt mehrmals, sich andernorts niederzulassen. 1846-71 in Hannover ansässig. Die weitgehend aus eigenem Vermögen finanzierten Arbeiten am Hermannsdenkmal ruhen wegen veränderter polit. Lage mehrmals. 1861 Bruch mit dem Detmolder Denkmalsver., 1862 Gründung eines neuen Ver. in Hannover. Erfolglose Teilnahme an Wettbewerben um Denkmäler (Beethoven, Bonn 1840; Wellington, London 1857) und Bauwerke (Umbau Neues Palais, Detmold 1846; Rathaus, Hamburg 1854; Votivkirche, Wien 1854/55; Domfassade, Florenz 1867). Nach der Annexion Hannovers durch Preußen 1866, werden die Arbeiten am Hermannsdenkmal u.a. durch Spenden König Wilhelms I. belebt. Der Sieg über Frankreich im Krieg 1870/71 und die Reichsgründung gaben dem Projekt neue Bedeutung und führten zu großzügiger Finanzierung, u.a. durch den Reichstag (Gesamtkosten 84000 Taler). 1871-75 lebt B. am Bauplatz auf der Grotenburg, beteiligte sich gleichzeitig erfolglos an Wettbewerben (Siegesdenkmal; Nationaldenkmal auf dem Niederwald). Am 16.8.1875 aufwendige Einweihung des Hermannsdenkmals in Anwesenheit Kaiser Wilhelms I. B. erlebt sie bereits nierenkrank und von langer Anstrengung geschwächt. Er starb auf der Rückreise von einem vom Kaiser finanzierten viermonatigen Italienaufenthalt im Haus seines Halbbruders Hermann Freiherr von Gaisberg-Schöckingen. Ausz. u.a.: Ehrenbürger von Detmold (1871) und Ansbach (1874); Preuß. Kronenorden III. Kl.; Lippisches Ehrenkreuz I. Kl.; Komturkreuz des Herzogl. Sächs.-Ernestin. Hausordens; Ehrenmitgl. des Freien Dt. Hochstifts Frankfurt am Main, der Münchener Kunstgenossenschaft, der Bielefelder Turngemeinde, der Loge Nr 1 San Francisco; Gold-Med. des Denkmalsver. Hannover (alles 1875). Bandel war ein geschickter, durchschnittlicher spätklassizist. Bildhauer. In zeittyp. Weise neigt er dabei sowohl zum biedermeierlichen "lyrischen Genre" und entsprechender Behandlung von antik-mytholog. wie christlichen Stoffen, als auch zur naturgetreuen, etwas hartformigen Wiedergabe des Gesehenen und zur hist. Treue in gegenständlichen Details. Dies v.a. in seinen 47 nachweisbaren Porträtbüsten und etwa 11 Porträtreliefs (z.T. an Grabsteinen). B.s Kompositionen sind in der Regel spannungsarm, seinen Bildideen mangelte es an Originalität. Bei Wettbewerben ist er meist der Unterlegene. Erfüllt vom Sendungsbewußtsein, eine Kunst von nat. Eigenart und ein überragendes Nationaldenkmal schaffen zu können, streitet er sich mit Auftraggebern, Gönnern, Künstlerkollegen. Die meisten Arbeiten dienen nur der Sicherung des Lebensunterhalts und folgen unauffällig den vorherrschenden Kunstauffassungen. Die Berliner Nat.-Gal., das Provinzialmus. Hannover und die Stadt Detmold verweigerten den Ankauf des Nachlasses bzw. die Errichtung eines eigenen Mus. Erst 1980 entsteht ein kleines Mus. auf der Grotenburg. Von bes. ideen- und stilgeschichtlicher Bedeutung ist allein das Hermannsdenkmal, vom Künstler Arminsäule genannt, als frühes nachantikes Kolossaldenkmal, Verwirklichung eines lebenslang unter persönlichen Opfern verfolgten eigenen Anliegens und technisch-handwerklicher Leistung (die Schmiede- und Treibarbeiten ab 1863 fertigte B.trotz seines Alters eigenhändig). Die Figur (Kupfer, getrieben, über Eisengerüst, Höhe mit eisernem Schwert 26,57 m, Gewicht ca. 76,6 t) nach ersten Skizzen von 1819/20 in Modellen 1834 und 1837 ausgestellt (erste erhaltene Entwurfszeichnung 1835), endgültiger Entwurf 1853. Entgegen einem Korrekturvorschlag von Schinkel und Rauch von 1839 wird die Hermann-Figur mit zeichenhaft hoch erhobenem, schlagbereitem Schwert dargestellt. Motivisch bezieht sich der Unterbau auf das Grabmal des Ostgotenkönigs Theoderich in Ravenna und auf die staufische Kaiserburg Castel del Monte. Eine weitläufige Anlage mit Festplatz, Treppen, historischen Reliefs blieb unausgeführt.

Lithografie
Litho

Enstehungszeit / time of origin: ca. 1840
Größe/size (in cm.) ca.:28x21

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