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Reni, Guido
(1575-1642),welches mit Perlen spielt,playing with pearls

Reni, Guido (1575-1642) zugeschrieben

Reni, Guido, italienischer Barockmaler, Radierer und Bildhauer, * 4.11.1575 Calvenzano, † 18.8.1642 Bologna; Schüler des D. Calvaert und der Carracci (nach 1595 bei L. Carracci), 1599 Mitglied des »Consiglio della Congregazione dei Pittori« in Bologna, gegen 1602 mit F. Albani nach Rom, dort mit Unterbrechungen (Bologna, um 1611) bis 1614, dann Ravenna (um 1615, 1620), Neapel (1622) und seitdem in Bologna (Unterbrechung 1627, Rom), wo er die Leitung der Carracci-Werkstatt übernahm und die Kunst Bolognas weit über die Jh. mitte hinaus maßgeblich prägte. R., der eine komplizierte künstler. Entwicklung durchlief, wurde einer der führenden Künstler der klassizistisch modifizierten Spielart des ital. Früh- und Hochbarocks, deren Akademisierung er zugleich mit seinem Spätwerk gefördert hat. Frühe Arbeiten zeigen eine eigentüml. Verbindung manierist. Elemente, speziell auch nord., vermittelt durch Calvaert, mit solchen der durch den Carracci-Kreis wiederentdeckten röm. Hochrenaissance (Raffael; z. B. Marienkrönung, 1598; Sturz des Phaeton, Fresko, Bologna, Palazzo Zani, Anf. 17. Jh.). Selbst schon in Rom entstandene Werke erweisen R.s Kenntnis dt. Graphik (Rom, Quirinalpalast, Kapelle, Marienlegende, um 1610), sogar der »Zug der Aurora« (gegen 1614[?], Rom, Palazzo Rospigliosi) bezieht sich auf Vorbil-der, wie den Apoll aus den Holzschnitten V. Solis' zu Ovids Metamorphosen (1563). Aus der manierist. Frühphase hat R. eine Vorliebe für ausgeprägte Linearstrukturen beibehalten. Diese verband, ja verdrängte er zeitweilig durch eine entschiedene Hinwendung zu Caravaggio (Kreuzigung Petri, 1602/03, Rom, Vatikan; Caritas, um 1604, Florenz, Palazzo Pitti), ehe ihm gegen 1608-10 eine Synthese verschiedener frühbarocker Bestrebungen gelang (Rom, Vatikan, Samsonfresko, 1607/08; Apostel Petrus und Paulus, Mailand, Brera). Im »Siegreichen Samson« (um 1610, Bologna, Pin.) und bes. im Aurorazug wird R.s wachsendes Streben nach Veranschaulichung phys. Schönheit und Idealität bewegter, teilweise dramatisch gesteigerter Körper sichtbar (Bethlehemit. Kindermord, um 1611, Bologna); klassizistisch ist die reliefmäßig aufgebaute Komposition. Nun nahmen auch Festlichkeit und Repräsentation seiner vielfigurigen Gemälde zu (Pietà dei Mendicanti, 1613-15, Bologna; Assunta; Madonna del Rosario, 1620er Jahre). Mit diesen Merkmalen hat R. das barocke, auf das Rühren des Betrachters gerichtete Andachtsbild gefördert (Mater Dolorosa, Bologna, Privatbesitz; Ecce Homo, Paris, Louvre; Reuige Magdalena). In mytholog. Gemälden verstärkt sich das elegant Höfische einer esoter. mytholog. Kultur (Herkulesbilder für Mantua, 1617-22). M. 1620er Jahre folgte eine »antimaler.« Phase v. a.durch den in dem berühmten Bild mit »Hippomenes und Atalante« (Neapel) verkörperten sog. Skelettstil: helle, im Umriß scharf fixierte Körper heben sich in gerüstartiger Komposition vom dunklen Grund ab; die Tendenz dieser Bilder ist entschieden klassizistisch und anaturalistisch. Vielleicht unter Einfluß A. van Dycks, zumindest aber parallel zu ihm bildete R. gegen 1630 seinen Spätstil aus: Die Palette hellt sich auf, wird silbertonig mit außerordentl. Sinn für maler. Oberflächenreize (Nessus und Dejanira, Paris und Prag; Venus und Amor, Dresden; Apollo und Marsyas, München). Gleicherweise gestaltet R. seine betont idealisierten Altarbilder (Johannes der Täufer, Turin; Hl. Sebastian, Bologna). R.s Fähigkeit, die verschiedensten künstler. Strömungen seiner Zeit wahrzunehmen, setzt ihn in die Lage, jedes Thema auf entsprechende Weise zu fassen, ohne die eigene künstler. Persönlichkeit in Frage zu stellen. Diese Verbindlichkeit zusammen mit dem Streben nach angemessener idealer Schönheit machten R. zu einem wichtigen Mittler barock-klassizist. Gedankenguts in Italien, die Fülle an Werkstatt- und Schularbeiten sowie zeitgenöss. und späterer Kopien verdeutlicht dies.

Die heilige Jungfrau, auf einer Wolke sitzend mit dem Kinde auf dem Schosse, welches mehrere Rosenkränze hält
t
St. Mary and child
holding a couple of beads

Kupferstich, Bartsch No. 6, Nagler 332/4
Copperplate

(Nähere Erklärungen zu graphischen Techniken s. Leiste links)
(More explanations about graphic-techniques see left column))


Enstehungszeit / time of origin: ca. 1620
Größe/size (in cm.) ca.:25,5x20

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