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Unbekannter
Künstler / unknown artist,Sächsische Bauernrevolution 1790,The Saxon Farmers Revolution
1790

Unbekannter Künstler / unknown artist

Sachsen
Sächsische Bauernrevolution 1790

Es war überall in Sachsen das Gleiche: Die Bauern konnten vor Abgaben und zu duldenden Wildschäden kaum noch ausreichend für den Eigenbedarf produzieren, und die Grundherren sahen dem Elend zu und verhöhnten sie. Und wenn die Bauern den Mund aufmachten und sich beschwerten, gleich hieß es, es müssten Soldaten ran, Miliz, Polizei, und die Aufrührer einfangen und wegsperren! Wie der Augustusburger Amtmann es gar nach Dresden geschrieben hatte. Denn »In dem adel. Metzschischen Dorfe Krumhermersdorf haben sich die Einwohner ermächtiget, mit Schießgewehren das Widpret von ihren Fluren eigenmächtiger Weise abzutreiben ... der Gerichtsherr, der von Metzsch, hat zwar die Gelegenheit in Acht zu nehmen gewußt, und ihnen das Gewehr abnehmen laßen, allein durch heftiges Eindringen auf seine Person und gebrauchter Drohungen hat er sich genötiget gesehen, ihnen solches wieder auszuhändigen.« schreibt er dem Kurfürsten und fordert: »Da sich gegenwärtig in hiesigem Amte gar keine Schützen mehr befinden, und ich solche erst von Chemnitz, welches von Krumhermersdorf 5 Stunden weit entfernt ist,requiriern mußte, so unterwinde ich mich, dahin unterthänigst anzutragen, daß besonders Zschopau, welches mehr bei Krumhermersdorf liegt, wieder mit Miliz versehen werden möchte zumahl da überdieß wider den dasigen Rath, wenn auch schon nicht von der ganzen Bürgerschaft, doch von einem Theil derselben von jeher vieles Mißvergnügen geäußert worden ist.«!
Ja, Soldaten ... in der Meißner Gegend ließen sie sich verprügeln, statt ihre rebellierenden Landsleute ans Messer zu liefern. Die Obrigkeit ließ die Muskeln spielen mit einem martialischem "Mandat wider die Aufrührer", das in allen Kirchen verlesen werden musste. Und reichte etwas Zuckerbrot nach, indem sie versprach, sich um die böse Wildplage zu kümmern.!
Später dann, als es kalt wurde draußen, als Erntezeit war und keine Zeit für Tumulte, da knöpften sich die Gerichte einen nach dem anderen vor. Die Namen waren schon im Sommer gesammelt worden. Welche Chance hatte einer, wenn er allein vor das Gericht zitiert wurde? Was blieb ihm, als die Mütze zu ziehen und demutsvoll künftigen Gehorsam zu versprechen? - Ein paar Kleinigkeiten hatten sich verbessert, der Umgangston der Herren mit ihren Bauern war ein wenig sanfter geworden, hier und da durften sie gar Wildzäune errichten an den Grenzen ihrer Felder. Und hoffen durften sie, dass es so bliebe oder besser würde.!
Es dauerte den ganzen Sommer 1790, bis man in der Residenz Dresden so richtig begriffen hatte: Die Bauern hatten ein Problem, und nicht nur die Revolutionskrankheit. Johann George Uhlmann, Sohn des alten Hans George Uhlmann, aus Krumhermersdorf, dessen Feld bis an den kurfürstlichen Wald ging, konnte ein Lied davon singen: Auf jener Hälfte hinterm Berg brauchte er eigentlich gar nicht erst zu säen. Die Wildschäden zehrten drei Viertel der Ernte auf!
Ein Zaun oder eine Schlehdornhecke könnten helfen; aber das war verboten. Selbst klappernde Vogelscheuchen durfte er dort nicht aufstellen - das Wild zu beunruhigen war schließlich strafbar. Und jedes Jahr mehr Wild, und darum auch mehr Jagddienste für die hohen Herren; und eben auch mehr Wildschäden. Er hatte beim Erbrichter gefragt, wegen Ersatz für den Ernteverlust letztes Jahr, als die Schweine den ganzen Rübenacker umgewühlt hatten. Der Herr Pfarrer hätte doch auch Entschädigung bekommen. Ob er als einfältiger Bauer sich mit dem Pastore vergleichen wolle? war die ganze Antwort gewesen.!

Saxony
The Saxon Farmers Revolution 1790

Lithografie, altcoloriert
Lithograph, original authentic hand-coloring

(Nähere Erklärungen zu graphischen Techniken s. Leiste links)
(More explanations about graphic-techniques see left column))


Enstehungszeit / time of origin: ca. 1835
Größe/size (in cm.) ca.:11,5x18,5


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