Bilderwiedergabe hier in niedriger Auflösung, bessere Bilder können angefordert werden / Pictures shown in low resolution, better pictures on request !

Könitzer, G. (19. Jhd.),Gesamtansicht,

Könitzer, G. (19. Jhd.)

Neuberg bei Eger in Böhmen
Gesamtansicht
Podhrady okres Cheb

Der damalige k.k. Bezirkshauptmann und bekannte Heimatforscher J. Tittmann schrieb in seiner 1893 herausgegebenen "Heimatkunde des Ascher Bezirkes für Schule und Haus" (auf Seite 208): In geschichtlicher Beziehung ist Neuberg in unserem Bezirke der erstwichtigste Ort, denn man kann und muss behaupten, dass die Geschichte von Neuberg eigentlich die Geschichte des Ascher Gebietes im engeren Sinne ist". Aber dichte Schleier liegen über dieser Geschichte, die von zwei Geschlechtern - den Rittern von Neiperg (auch Neipperg, Nitberg oder Neydberg geschrieben) und dem Geschlechte derer von Zedtwitz - geprägt wurde. Die wahrscheinlichen Ortsgründer und Erbauer der alten Ritterburg waren die Ritter von Neiperg, von denen auch der Ortsname Neuberg abgeleitet wurde. Erstmals 1288 urkundlich erwähnt, wird angenommen, dass dieses fränkische Rittergeschlecht gegen Ende des 12.Jahrhunderts mit der Errichtung der Burg begann und mit einer geringen Zahl vorhandener Arbeitskräfte wohl zwei bis drei Generationen benötigte, um dieses stabile Bauwerk zu vollenden, deren Bergfried heute noch in relativ gutem Zustand erhalten ist. In der Zeit allgemeinen Untergangs des Ritterwesens gegen 1400 wurden die Neiperger - teilweise schon dem Raubrittertum verfallen - allmählich von dem Adelsgeschlecht derer von Zedtwitz abgelöst, die ihren Herrschaftsbereich rasch über Neuberg hinaus in der ganzen Region erweiterten. Nach der Zerstörung der Burg (wahrscheinlich gegen Ende des 30jährigen Krieges) errichteten die neuen Herren in Neuberg nicht weniger als 4 Schlösser: Schloss Sorg 1690, Neuschloss 1693, Unterteil 1750 und Oberteil 1752. Das letztgenannte Schloss Oberteil wurde aus den Bruchsteinen der vermutlich durch Brand zerstörten Burggebäude errichtet. Wenig berichtet die bisherige Geschichtsforschung über das sogenannte Schlössl, dass den Herren von Zedtwitz vor der Besitzteilung in Oberteil und Unterteil nach der Zerstörung der Burg als Wohnsitz zu Verfügung stand. Alle diese Schlösser sind längst untergegangen. Schloss Oberteil ist nach dem Brand im Jahre 1902 nur noch als Ruine erhalten, die übrigen Zedtwitz-Schlösser sind nach dem zweiten Weltkrieg verfallen. Die Besichtigung des heutigen Schlossgeländes mutet wie ein Gang durch die Ausgrabungsstätten von Pompeji an: Gewölbe, Mauern und Ruinen. Das kulturelle Prunkstück in Neuberg (tschechisch Podhradi, wörtlich übersetzt Unter der Burg), das wohl bedeutendste Bauwerk aus alter Zeit, ist die evangelische Barockkirche "Zum guten Hirten". Von außen nicht erkennbar, die Schönheit im Innern mit den reichen Ausstattungen in bunten Farben, galt das Gotteshaus als eines der ältesten evangelischen Kirchen in der damaligen österreichischen Monarchie. Der älteste Teil in den Jahren 1470 - 1490 unter Heinz von Zedtwitz, dem damaligen Burggrafen von Eger erbaut, diente damals als Schloss- und Gruftkapelle. Seine jetzige Gestalt erhielt die Kirche in den Jahren 1678 bis 1682. Graf Ernst Wolf von Zedtwitz, dessen Wappen hoch über dem Altar prangt, ließ 1703 die Kanzel und 1710 den Altar durch Michael Zeitler aus Grün errichten. 1711 wurde die Decke mit einem Holztonnengewölbe verschalt und von dem Maler Rodeus mit sinnreichen Bibeltexten illustriert, der wohl auch die beiden Altarbilder - die Taufe Christi und das Heilige Abendmahl - geschaffen hat. An der Empore ist nahe der Grafen-Loge ein Handwerkerzeichen mit der Jahreszahl 1712 und an der Kanzel das sogenannte "Luther-Siegel" (rotes Herz mit Kreuz auf weißer Rose) angebracht. Der erste evangelische Gottesdienst wurde anno 1542, also vier Jahre vor Luthers Tod, gehalten. Seit 1992 wurden in der Kirche laufend Restaurierungen vorgenommen, an deren Kosten sich die früheren deutschen Einwohner maßgeblich beteiligt haben. Gottesdienst ausschließlich in deutscher Sprache findet jeden zweiten Sonntag im Monat um 13.30 Uhr statt. Zum Gedenken an die Weihe der Kirche wird seit 1992 wieder- jeweils zwei Wochen nach Ostern - das Kirchweihfest als deutsch-tschechische Gemeinschaftsveranstaltung feierlich begangen. Ein "Lehrpfad durch die Ortsgeschichte" beginnt am Fuße des Kirchberges mit dem mittelalterlichen Sühnekreuz, worüber eine zweisprachige Informationstafel Näheres mitteilt. Kaum 50 davon entfernt ist unterhalb der Kirche das alte Kriegerdenkmal - errichtet 1893 - aus der Zeit, als Neuberg zu Österreich gehörte. Das geschichtlich interessante Mahnmal ist den Opfern der Kriege in den Jahren 1848/49 (Ungarnaufstand), 1859 in Oberitalien gegen Sardinien (Schlacht bei Solferino) und 1866 in der vernichtenden Niederlage Österreichs gegen Preußen bei Königsgrätz in Böhmen, gewidmet. Gleich neben diesen Denkmal befindet sich eine weitere Informationstafel mit den Abbildungen der örtlichen historisch bedeutenden Bauwerke, versehen mit zweisprachigen Texten über Erschaffung und Untergang derselben. Die Tafel trägt die Feststellung: "Sie befinden sich hier an der geschichtsträchtigsten Stelle des Ascher Ländchens". Ein Anziehungspunkt für Touristen von hüben und drüben. Der Lehrpfad durch die Ortsgeschichte führt weiter an der Kirche vorbei mit dem Kriegerdenkmal von 1923 für die Opfer des ersten Weltkrieges und anschließend durch das Burg- und Schlossgelände. Schließlich durch den felsengesäumten, ehemaligen Schlossgarten im Elm (der damaligen Kälberalm) mit herrlichen Ausblick in das Elstertal, wieder hinab zur Staatsstraße. Neuberg liegt eingebettet zwischen den Höhenzügen von Hainberg (752m), Hungersberg (690m) und dem Leithenberg (669m) an dem kleinen Bachlauf der Äsch (Aschbach), die nach Vereinigung mit dem Ottenbach an der östlichen Ortsgrenze in die weiße Elster mündet. Der Ort zählte früher (bis Ende des 2.Weltkrieges) ohne die eingemeindeten Ortschaften Steinpöhl und Elfhausen rund 1500 deutsche Einwohner. Heute leben dort etwa 150 Tschechen. Es gab am Ort bis zur Vertreibung 1946 noch 1 Arzt, 1 Dentisten, 1 Autoreparaturwerkstätte, 2 Bäcker, 3 Getreidemühlen, davon eine mit Brotbäckerei, 1 Bankgeschäft, 1 Bierabfüller, 1 Darmgroßhändler, 1 Drogerie, 2 Friseure, 1 Gartenbau, 2 Gastwirtschaften mit Fleischerei und weitere 4 Gasthäuser, 1 Hebamme, 1 Klempner, 1 Kohlenhändler, 4 Lebensmittelgeschäfte mit Obst- Gemüse- und Flaschenbierhandel, 1 Konditor, 1 Lohnmühle, 2 Lohnwirker, 2 Maler u. Lackierer, 2 mechanische Webereien und Färbereien, 1 Milchhändlerin, 2 Ofensetzer, 1 Sattler, 3 Schneider, 2 Schuhmacher, 1 Stickerei, 3 Tabakwarengeschäfte, 1 Tankstelle, 1 Tischler, 1 Trikotagenfabrik, 1 Schmied, 1 Wasenmeister und 1 Zuckerwarengeschäft. All das zeugt von einer damals sehr aktiven blühenden Gemeinde.

Externer Link

Lithografie
Lithograph

(Nähere Erklärungen zu graphischen Techniken s. Leiste links)
(More explanations about graphic-techniques see left column))


Enstehungszeit / time of origin: ca. 1845
Größe/size (in cm.) ca.:24x33

Best.Nr./Order#: 005135
Preis, Info anfordern / Request price, info

 Artikel in engere Wahl / add to shopping cart (without obligation until placing of order)
(Uses JavaScript and Cookies)
Zurück zur Liste / Back to previous list

Komplette Seite mit allen Informationen laden
Load the full page with all information