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Deveria, Achille (1800-1857)
Devéria, Achille (Achille Jacques Jean Marie), frz. Maler, Zeichner, Lithograph, Illustrator, *6.2.1800 Paris, †23.(oder 24.)12.1857 ebd. Älterer Bruder von Laure D. und Eugène D., mit dem er mehrfach zusammenarbeitet, und auf dessen Ausb. er Einfluß nimmt; Vater von Théodule D., Schwiegervater von Paul-Alfred Colin, auch verwandt mit Henri-Victor D. Schüler des Vignettenzeichners Louis Lafitte und des Malers Anne-Louis Girodet-Trioson. 1822 Salondebüt mit Vignetten und Portr.-Zchngn von Persönlichkeiten des 17.Jh.; mit wenigen Ausnahmen stellt D. bis 1850 alljährl. dort aus, v.a. Gem. und Aqu. mit relig., hist. und mytholog. Szenen sowie Porträts. Neben vielen Werken in Priv.-Slgn sind folgende bes. erwähnenswert: La Lettre ou les Nouvelles de la Reine de Navarre (Paris, Louvre), das D.s Vorliebe für die hist. Anekdote zeigt; Kreuzigung (Ballon/Sarthe, Kirche); Apotheose der hl. Klotilde (Paris, Kirche St-Roch). Mehrfach unterstützt D. seinen Bruder Eugène in Form von Studien und mit Ideen, bes. beim Gem. Geburt Heinrichs IV. (die Skizze Le Bouffon d'Henri d'Albret in Pau, MN du Château) und der Ausschmückung der Kathedrale Notre-Dame-des-Doms in Avignon. Für das Schloß in Versailles malt er die Portr. François-Alexandre Frédéric, Duc de la Rochefoucauld-Liancourt und La Fam. Déveria (beide in situ). Die bed. Position in der romant. Schule verdankt er jedoch seinen Zchngn und Lith. (3000 Lith. werden ihm zugeschr.). Wie der Bruder kennt er viele frz. bild. Künstler, Schriftsteller, Musiker, Schauspieler, Sänger und Kunsthandwerker seiner Zeit persönlich. 1829 Heirat mit der Tochter des angesehenen Lithographen und Druckers Charles Etienne Pierre Motte, Céleste Motte (sieben Kinder). Die vielfältigen Beziehungen bieten D. die besten Voraussetzungen zur Schaffung einer außergewöhnl. wertvollen Portr.-Gal., viell. der bedeutendste Teil seines Oeuvres. Béraldi zählt ca. 450 Portr. auf, von denen die besten 1828-35 entstehen, darunter die Bildnisse von Camille Roqueplan; Eugène D.; mehrfach von der eig. Fam.; von Marie d'Orléans; David d'Angers; Henri Grevedon; von den Schriftstellern Alexandre Dumas; Alphonse de Lamartine; Prosper Mérimée; Alfred de Vigny; P.J. Duret; René de Chateaubriant; Marie d'Agoult und Alfred de Musset; von den Musikern und Komponisten Franz Liszt (mehrfach); Ch. Plantade; Catruffo; Henri Herz; T.Huerta; von den Sängern und Tänzern Rubini; La Malibran und deren Schwester Pauline García-Viardot; Tamburini; Juliette und Judith Grisi; Mme Eckerlin; Lablache; Fanny Essler; Marie Taglioni; von den Schauspielern Talma; Monvel; Rachel (in der Rolle La Juive); Mme Dorval und Mlle Mars. Ab 1824 pflegt D. eine enge Freundschaft zu Victor Hugo, den er mit seinen Angehörigen in familiären Situationen darstellt; bes. bemerkenswert ist die berühmte Porträtbüste von V.Hugo (Lith., 1829), auf der er in voller Autorität und Würde zu sehen ist (Paris, Maison de Victor Hugo). Vertreter des Klerus, Wissenschaftler und Politiker fehlen allerdings in diesem Zusammenhang, außer denen, die in der Gal. des représentants du peuple (1848) vertreten sind, und einigen anderen, wie z.B. König Ludwig-Philipp (Zchngn, Chantilly, Mus. Condé). Als sehr produktiver Illustrator ist D. außerdem an der Hrsg. zahlr. lit. Werke beteiligt, u.a. von Auguste de Chambure, Hugo, Dumas, Casimir Delavigne, George Sand, Rabelais, J.de La Fontaine, J.J. Rousseau, M.de Cervantes, W. Shakespeare, Goethe, W.Scott und Daniel Defoe, sowie einer Ste Bible (13 Bde, 1828-34). Neben Ill. und Vignetten für die Lit. gestaltet er eigenständige Serien, deren Hw., Les Heures du jour (um 1829), 18 kolorierte Lith. mit der Darst. des Tagesablaufs einer jungen Pariserin der gehobenen Ges. zeigt. Daraus ergibt sich die Gelegenheit, hübsche Frauen aus dem Verwandten- und Bekanntenkreis in familiären Verhältnissen und bei versch. Tätigkeiten zu porträtieren, u.a. die Ehefrau Céleste; Annette Boulenger; Louise und Cécile de Radepont; seine Schwester Laure und Marie Mannessier-Nodier. Dabei zeigt er eine selten anzutreffende Eleganz beim Zeichnen und ebensolches kompositor. Geschick. Zw. 1831 und 1839 erscheint die bed. Folge Costumes hist. in zwei fast ident. Versionen aus zwei versch. Verlagshäusern, zum einen von Osterwald et Fonrouge, zum anderen von Rittner et Goupil. In der Bibl. Jacques Doucet, Paris, sind alle 125 vom letztgenannten Verleger publ. Bll. mit Bühnen- und festl. Kostümen nach D.s Erfindung. Seine häufige Teiln. an Festen und mondänen Veranstaltungen bietet ihm die Möglichkeit zur Gest. vergnügl. Sujets aus dem Pariser Leben: Bälle, Konzerte, Musikstunden und Genreszenen (viele davon in Priv.-Slgn). Hervorzuheben ist das Album Soirée de Carnaval mit 12 Bll. (Paris, Mus. Carnavalet). Weitere Folgen: Souvenirs du théâtre anglais à Paris, 1827 (zus. mit Louis Candide Boulanger); Types de femmes de tous les pays; Le Goût nouv.; L'Alphabet varié, alle 1831 und jeweils auch mit Portr.; Le Langage des fleurs, 1831/32; Gal. hist. des hommes célèbres d'Italie, 1838. Auch zur von Alexandre Brongniart (Dir. der Man. in Sèvres) initiierten Wiederbelebung der Kunst des Glasfensters, die unter Ludwig-Philipp einen weiteren Aufschwung nimmt, trägt D. mit der Ausf. von mehreren Aufträgen bei. Er zeichnet für zwei Fenster im Treppenhaus Henri II des Louvre zwei Kartons: Le Roi Dagobert revenant de la chasse; Le Sacre de Pépin le Bref sowie zwei Szenen aus dem Leben von Karl dem Großen (1840/41, alles in Sèvres, MN de Céramique). Vorrangig wird er mit Glasfenstern für Residenzen des Königs betraut, z.B. für die Schloß-Kap. und die Kirche von Eu (1841/423 eingesetzt); für die Kap. St-Louis in Dreux zeichnet er einen Schutzengel, für die Kap. von Carheil eine Notre-Dame d'Auray (1847). Außerdem fertigt er Entwürfe zu Glasfenstern für die Kirche in Sèvres (mit den Hll. Ludwig und Philipp, 1839-47), die Kathedrale St-Louis in Versailles (Verkündigung; Himmelfahrt, 1848) und die Pariser Kirche St-Roch (Hl. Dionysius, als Gegenstück Denis Affre, des 1848 auf den Barrikaden getöteten Erzbischofs von Paris, 1850). Bereits 1852 erfolgt die Schließung des Ateliers für Glaskunst in Sèvres. Im letzten Lebensabschnitt übernimmt D. administrative Aufgaben; 1848 aufgrund großer Sachkompetenz zum stellv. Konservator ins Cab. des Estampes der Pariser BN berufen; 1855 ebd. Chefkonservator. Dieses Amt übt er mit großem Erfolg aus, und die Klassifizierung und Ordnung der Slgn ist ihm zum großen Teil zu verdanken. Neben dieser verantwortungsvollen Tätigkeit fertigt er 50 Zchngn zur Ill. des Werkes La Vie d'Esope (1851/52). Da D. bereits in der Jugend für den Unterhalt der Fam. aufkommen muß, stellt er die Malerei zugunsten des einträglicheren Gebiets der Ill. zurück. Das qualitätvolle Oeuvre ist ein bed. Zeitzeugnis der intellektuellen und mondänen Ges., und z.T. bringt er ein erot. wirkendes Einfühlungsvermögen zum Ausdruck. Sein weicher, subtiler und geschickter Duktus hält dem Vergleich mit den Zchngn von J.A.D. Ingres stand.
Mantoue, Marie de
WEITERE INFORMATIONEN / MORE INFORMATION
Marie de Mantoue
Lithografie, altcoloriert, Mittelfalte
Lithograph,
watercoloured, centerfold
(Nähere Erklärungen zu graphischen
Techniken s. Leiste links)
(More explanations about
graphic-techniques see left column))
Enstehungszeit / time of origin: ca.
1840
Größe/size (in cm.) ca.:35x26
Preis/Price:
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