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Schleuen, Johann David (18.Jhd) nach Daniel
Nikolaus Chodowiecki ,Hafen,Harbour

Schleuen, Johann David (18.Jhd) nach Daniel Nikolaus Chodowiecki

Chodowiecki, Daniel Nikolaus, dt. Radierer, Zeichner, Maler, Miniaturmaler, *16.10.1726 Danzig, †7.2.1801 Berlin. Der Vater ist Getreidehändler, dilettiert auch als Miniaturmaler und gibt dem Sohn den ersten Unterricht. Die Mutter stammt aus einer Fam. frz. Réfugiès. C. hat dt., frz. und poln. Vorfahren. In seinen späten Jahren betont er als Reaktion auf das Verschwinden des poln. Staates seine Zugehörigkeit zu dieser Nation. Beginnt 1740 nach dem Tod des Vaters eine Lehre in einer Spezereihandlung. 1743 Übersiedlung nach Berlin zu seinem Onkel Antoine Adrien Ayrer. C. wird hier, wie bereits der jüngere Bruder Gottfried, im Quincailleriegeschäft des Onkels tätig. Beide Brüder liefern dem Onkel nach Stichen kopierte Min. für Dosen. 1748 oder '49 erlernt C. von Johann Jakob (?) Haid die Emailmalerei. Die erste erh. Arbeit ist die Zchng Ein poln. Jubel Jahr und Bus Predigt, in Crakau gezeichnet. 1750 (Weimar, KS), eine Kopie nach Georg Christoph Kilian. 1752 entsteht als frühes Zeugnis für den Illustrator C. ein Zyklus von 42 Zchngn zu Blaise Gaulard. Ou le neveux de la tante Bobé von Le Noble (verschollen). 1754 machen sich die Brüder selbständig. C. sucht sich nun durch Kontakte mit Pesne, Rode, Falbe, Le Sueur und J.W. Meil im Alter von 28 Jahren die Grundlagen für den Künstlerberuf zu erarbeiten. 1755 oo Jeanne Barez, er tritt damit in enge Beziehung zur Frz. Kolonie. Lebens- und Arbeitsstil werden dadurch entscheidend geprägt. 1761-70 Geburt von fünf Kindern, von denen drei, Susette (verh. Henry), Nanette (verh. Papin) und Wilhelm, Künstler werden sollten. 1757 Beginn der Radierversuche, zunächst auf Volkstümlichkeit zielend. 1758 ist als vermutl. frühestes Öl-Gem. eine Kopie nach der Rad. E.6 (Verz. nach Engelmann, 1857) ein Bauernjunge mit verbundenem Gesicht, dat. (Gdansk, MN). Im Sommer 1758 beginnt C. plötzlich mit intensivem Naturstudium. Die mit Rötel und Bleistift gezeichneten Modelle sind v.a. Frauen, die er bei häusl. Verrichtungen beobachtet. Die Studien finden in Rad. und Öl-Gem. Verwendung, so in zwei Konversationsstücken (Berlin, SMPK, GG). Dieser Eifer des Naturstudiums läßt schnell nach und verebbt 1761. Schon 1759 endet seine erste Schaffensperiode als Radierer, in der hauptsächl. Figurenstudien, aber auch schon ein Reiterbildnis Friedrichs des Großen (E.9) entstehen. 1763-64 folgte eine zweite, und erst 1767 beginnt die nun ununterbrochene Produktion von Rad., der hauptsächliche Arbeitsbereich von C. Bis zum A. der 70er Jahre bleibt seine Arbeitsweise sprunghaft und experimentierend. Den Unterhalt verdient er v.a. durch Bildnisminiaturen und Emailmalerei auf Dosen. Ein Beweis, wie sehr die Malerei im Vordergrund steht, ist die berühmte Rad. E.75 Cabinet d'un peintre mit der Fam. C. Obwohl er mit dem krit.-aufklärerischen Tendenzbild Der Abschied des Jean Calas von 1767 (Berlin, SMPK, GG), einer Art Gegenstück zu einem Bild von L.C. de Carmontelle, Erfolg hat, setzt er diese Richtung aktueller Historien-Darst. in Gem. nicht fort, nimmt jedoch in Rad. weiter zu Geschehnissen seiner Zeit in idealisierender Weise Stellung, so 1767 zur Vermählung der Prinzessin Friederike Sophie Wilhelmine von Preußen mit Prinz Wilhelm V. von Oranien (E.46) oder 1769 und 1770 zu Ereignissen des Russ.-Türk. Krieges (E.55, 68). Als Maler bevorzugt er kleinformatige Schilderungen häusl. Szenen aus bürgerl. Milieu. Größere Formate (63x78 cm) finden sich nur bei zwei seit 1945 verschollenen Gem. Blindekuh und Der Hahnenschlag in der Art Watteaus (ehem. Berlin, SMPK, GG). 1769 setzt mit den 12 Ill. zu Lessings Minna von Barnhelm für den Berliner Genealog. Calender die lange Reihe der Rad.-Folgen ein, die einen Stilwandel bedingen, denn auf kleinem Raum müssen im meist ungeeigneten Hochformat Geschehnisse deutlich erzählt werden. Das führt zu steifer Gestaltung der Figuren mit ausladenden Gesten bei meist bildparalleler Handlung. Auch große Rad. zeigen diesen Stil, so Die Zelte im Berliner Tiergarten von 1772 (E.83) oder die Wachtparade von 1777 (E.196), mit der ein populäres Bild des "Alten Fritz" entsteht. Grundlage dafür ist eine Gouache von 1772 (Haus Doorn, Holland), aus der seit 1776 das Reiterbildnis des Königs, z.T. mit Ziethen als Gegenstück, herausgenommen und mehrfach wiederholt wird. Ab 1769 liefert er rund 200 Zchngn für die 96 Tafeln von J.B. Basedows Elementarwerk, von denen er selber 66 sticht. Kaum weniger umfangreich ist die 1771 einsetzende Arbeit für J.K.Lavaters Physiognomische Fragmente. 1773 unternimmt er eine zehnwöchige Reise nach Danzig, um seine Mutter zu besuchen. Er führt ein ausführliches Tagebuch (in frz.), das zus. mit 108 Zchngn (Berlin, AK) ein einzigartiges künstler. und kulturhist. Dok. darstellt. C. gilt auch als Kunstexperte, selbst Sammler, handelt er gelegentlich mit Kunstwerken und betätigt sich als Gutachter. In Danzig entstehen außer Portr.-Min. zahlr. große Profilbildnisse in Rötel, eine erst seit kurzem von ihm gepflegte Manier. Im gleichen Jahr unternimmt C. noch eine Reise nach Dresden und Leipzig, von der es ebenfalls ein Tagebuch gibt. Eine 2. Reise nach Danzig erfolgt 1779 nach dem Tod der Mutter. 1781 reist C. nach Hamburg, 1789 nochmals nach Dresden, Leipzig und Dessau. Von dieser letzten Reise existiert wieder ein Journal. Von drei kleinen Portr. abgesehen, sind nach einem Bildnis der Fam. C. im Tiergarten (Berlin, SMPK) von 1772 keine Öl-Gem. mehr bekannt. C. widmet sich nun ganz den sich häufenden Ill.-Aufträgen, zumeist für Kalender, den Berliner Genealog. Calender (13 Jahrgänge 1770-90), den Genealog. Calender (1794), den Hist.-genealog. Calender (8 Jahrgänge 1793-1803), den Genealog.-militär. Calender (1787, '89), den Militär. Calender (1797, 1801), den Kleinen Taschen-Calender (4 Jahrgänge 1785-95), den Genealog. Calender für West-Preussen (1776, '77), den Gothaischen Hof-Calender (1778, '80-94), den Goettinger Taschen-Calender (von G.C. Lichtenberg, 1779-94), den Kgl. Großbritanischen Calender, Lauenburg (17 Jahrgänge 1778-96) und den Calender zur sittl. und angenehmen Unterhaltung (1796). Es entstehen, meist in Folgen von 12 Bildern, Ill. zu Cervantes, Shakespeare, Gessner, Lessing, Gellert und Schiller, aber auch zu weniger bekannten Autoren, moralisierende Zyklen in Anlehnung an Hogarth wie Leben eines Lüderlichen (1772) oder Fortgang der Tugend und des Lasters (1777), kulturgeschichtl. Szenen wie Hochzeitsgebräuche bei versch. Völkern (1780), ein Totentanz (1791), Darst. von Kleider-, Hut- und Haarmoden und seit 1781 Folgen hist. Ereignisse. Diese nehmen in der Spätzeit zu, bes. die Behandlung zeitgen. wie der Frz. Revolution, und seit 1788 Anekdoten aus dem Leben Friedrichs des Großen. Großformatige Rad. sind Ziethen vor seinem Könige sitzend (E.565) von 1786 und Ziethen an der Tafel Friedrichs II. schlafend (E.948) von 1800. Relig. Motive sind selten, ebenso Landschaftliches. In späten Folgen wie Fünf Bll. Berlinische Folgsamkeit (E.749) von 1794 entwickelt C. einen originellen Bildwitz. Die Illustrationstätigkeit bringt C. in engen Kontakt zu Verlegern, wie Friedrich Nicolai, und Schriftstellern, hauptsächlich Vertretern der bürgerlichen Aufklärung. Mit Anton Graff ist er spätestens seit 1773 befreundet. Seit 1782 engagiert er sich energisch für eine Reform der Berliner Akad., die 1786, noch zu Lebzeiten Friedrichs des Großen, durchgesetzt werden kann. Er wird Sekretär der Akad. und Rektor, 1790 Vizedirektor und 1797 Direktor. Seit etwa 1796 läßt C.s Arbeitskraft krankheitsbedingt rapide nach. Sein druckgraph. Werk umfaßt 2042 Platten.

Amsterdam
Hafen
Amsterdam
Harbour

Kupferstich aus : "Das Basedowische Elementarwerk", Leipzig
Copperplate

(Nähere Erklärungen zu graphischen Techniken s. Leiste links)
(More about graphic-techniques see left column))


Enstehungszeit / time of origin: 1780
Größe/size (in cm.) ca.:15x22
Preis/Price:
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