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Klengel, Johann Christian (1751-1824),,

Klengel, Johann Christian (1751-1824)

Klengel, Johann Christian, Landschaftsmaler u. Radierer, geb. 5.4.1751 in Kesselsdorf b. Dresden, † 19.12.1824 in Dresden. Trat bei einem Buchbinder in Dresden in die Lehre und besuchte schon mit 14 Jahren den unentgeltlichen Zeichenunterricht, den der „Akademiemeister“ Charles Hutin im Auftrage des sächs. Kurfürsten an junge Professionisten erteilte. Hier zeichnete er nach dem lebenden Modell und hatte den Wunsch, Historienmaler zu werden. Durch das Wohlwollen des Generaldirektors Chr. L. v. Hagedorn wurde es ihm ermöglicht, an einem Kursus in der Perspektive teilzunehmen, den Canaletto abhielt, und 1765 an den Hofmaler u. Akademieprof. Chr. W. E. Dietrich empfohlen zu werden, der ihn 1768 ganz in sein Haus aufnahm, wo K. bis zu Dietrichs Tode (1774) blieb. Unter der Anleitung dieses Lehrers entschied er sich nun für die Landschafts- u. Tiermalerei u. übte sich zugleich in der Radierung. Seine ersten Radier. sind 6 Landschaftsblätter aus dem J. 1770 (s. Nagler), denen 1771 die Sammlung „Studium Juventutis“ (33 Bl.) folgte (vollst. Exempl. im Goethe-Nat.-Mus. zu Weimar). K.s rad. Oeuvre umfaßt über 200 Platten; eine von ihm herausgeg. Auswahl in Folio enthält 132 Bl. (von 218 Platten). Dem Jahre 1771 gehören auch seine frühesten bekanntest Ölgemälde an: 2 Szenen aus dem Hirtenleben, Gegenstücke (Mus. Stuttgart), die eine Zeitlang Jan v. Kessel zugeschrieben wurden. Schon 1772, beim Weggang des Hofmalers Jos. Roos von Dresden, nahm Hagedorn seinen Schützling für diese Stelle in Aussicht u. erwirkte ihm zunächst eine kurfürstl. Unterstützung, die 1773 in eine feste Besoldung, noch ohne besondere Dienstleistungen, umgewandelt wurde. Kurz vor dem Tode Dietrichs trug K. diesem einen Teil seiner Dankesschuld ab, indem er 12 Landschaften nach dessen Zeichnungen radierte (1773). Auf Hagedorns Vorschlag ernannte der sächs. Kurfürst (durch Reskript vom 29.1.1777) K. zum Mitglied der Dresdner Kunstakad. K. ist der erste aus der Akad. selbst hervorgegangene Maler, dem diese Auszeichnung zuteil ward. Neben der Lieferung festgesetzter Arbeiten für den Hof war ihm von jetzt an die Ausbildung von Schülern zur Pflicht gemacht. Eine noch im Besitze der Akademie befindliche „Landschaft im Gewittersturm“ ist wahrscheinlich sein Aufnahmebild. Während den 1770 er Jahren noch einfach staffierte Landschaften (wie 2 im Mus. zu Stuttgart von 1775) oder naturalistische Viehstücke (so von 1779 auf Schloß Lichtenwalde i. Sa. und im Mus. zu Schwerin) angehören, wandte sich K. im nächsten Jahrzehnt der idyllischen Landschaft zu; typische Beispiele: „Mittagsruhe des Hirten“ im Rudolphinum zu Prag und eine hügelige Flußlandschaft (fälschlich „Gegend am Tiber“ gen.) in der Nationalgal. zu Oslo, beide von 1784. Damals beabsichtigte K. auch die Herausgabe einer Folge von sächs. Ansichten in handkolor. Umrißstichen, doch kam nur 1 Blatt (Aufnahme aus dem Plauenschen Grunde b. Dresden) zustande. 1786 wurde K. zum Ehrenmitgl. der Berliner Kunstakad. ernannt, der er daraufhin ein großes Landschaftsgemälde dedizierte. 1790 erreichte er das Ziel seiner Sehnsucht: sein Landesfürst gewährte ihm die Mittel zu einer Reise nach Italien. Hauptsächlich in Rom weilend, durchstreifte er doch auch die Umgebung dieser Stadt (Campagna, Tivoli, Lago di Bolsena) und verwertete seine Skizzen zu Radierungen („Acquedotti vecchi presso di Roma“, 1791) u. Ölgemälden, die er später auf den akadem. Kunstausst. in Dresden zur Schau stellte. Nach etwa 1‘/m jähr. Abwesenheit kehrte er 1792 nach Dresden zurück. Trotz einer reichen Ausbeute an Studien hat sich K. – wie schon vorher sein Lehrer Dietrich – in den besonderen Charakter der ital. Landschaft nicht wirklich einzuleben vermocht. – K. stand jetzt auf der Höhe seines Schaffens u. seines Ruhmes. Goethe schätzte seine Arbeiten hoch u. sammelte sie; Ph. O. Runge pries ihn 1801 als „einen unserer größten jetzt lebenden Landschafter“. Als 1800 an der Dresdner Akad. eine Lehrstelle für Landschaftsmalerei errichtet werden sollte, übertrug ihm der Kurfürst von Sachsen durch Reskript vom 1.3.1800 die außerordentl. Professur (die ordentl. Professur erhielt K. erst am 4. 12. 1816). Durch unermüdliches Studium der Lichteffekte im Wechsel der Tages- und Jahreszeiten wurde K. einer der Vorläufer der Stimmungsmalerei, die bald danach in C. D. Friedrich ihren genialen Vertreter fand. Auf einem 1800 ausgestellten Bilde unternahm er den Versuch, die Scheibe der Sonne unmittelbar nach ihrem Aufgange malerisch festzuhalten. Im übrigen malte er in den folgenden Jahren fast nur freie landschaftl. Kompositionen (z. T. „in italien. Geschmack“) bei Mondenschein, in der Abenddämmerung, bei Sonnenaufgang oder -untergang, staffiert mit mytholog. oder bibl. Gestalten („Apoll mit den Herden des Admet”, 1802 ausgestellt, Dresdner Gal.) oder solchen aus Sal. Geßners Idyllen. Von hier aus führt auch der Weg zu seinen Altersschöpfungen: Darstellungen aus dem Alltagsleben der Landbewohner, wie die Heu-, Korn- oder Kartoffelernte, die Arbeit im Stalle u. ä. Das letzte, unvollendet gebliebene Werk K.s schildert in einem liebevoll durchgeführten Entwurfe die Vorbereitungen zu einem ländlichen Feste. Der neuen Richtung in der Landschaftsmalerei mit ihrem mehr wissenschaftl. Eingehen auf Einzelheiten, die durch Rhoden, Götzloff, Ludw. Richter u. a. seit 1822 aufkam, stand K. ohne rechtes Verständnis gegenüber. Doch gebührt ihm das Verdienst, das Landschaftsfach aus der Abhängigkeit von den Niederländern, unter der die Thiele-Dietrich- Schule und auch K. selbst in seinen Anfängen noch standen, befreit und der romantisch-dramatischen Auffassung C. D. Friedrichs und J. C. Dahls vorgearbeitet zu haben. Seine reiche Hinterlassenschaft an eigenen und fremden Gemälden Zeichnungen wurde im Dez. 1829, der Rest im Mai 1855 in Dresden versteigert. – Arbeiten K.s finden sich in vielen öffentl. europäischen Kunstsamml.; Bildnisse im Stadtmus. zu Dresden (Selbstporträt im „Carus-Album“), im dort. Kupferstichkab. (Brustbild von C. Vogel V. 1815) und im Kunstgew.-Mus. in Weimar (Kopie Traug. Fabers nach Vogel, 1834, und ein Altersbildnis jSelbstporträt?1). In jungen Jahren hat ihn Ch. Hutin auf einem Doppelbildnis mit Selbstporträt dargestellt (Privatbes. Hannover). – Emilie Klengel, Landschaftsmalerin, Tochter des Joh. Christ., zeigte im Dresdner Salon 18f,6 „eine baumreiche Landschaft in einer freyen und gefälligen Manier in Oel“

Plus Ultra

Plus Ultra

Aquarell, monogrammliert "Kl. fec."
Watercolour

(Nähere Erklärungen zu graphischen Techniken s. Leiste links)
(More about graphic-techniques see left column))


Enstehungszeit / time of origin: ca. 1770
Größe/size (in cm.) ca.:17x19,3

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