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Schindler, Osmar (1867-1927),Modell war der
Dresdner Jude Jellinek, Motiv verwendet in

Schindler, Osmar (1867-1927)

Schreiender
Modell war der Dresdner Jude Jellinek, Motiv verwendet in "David und Goliath"
Jellinek war auch das Modell für Müllers's Hauptwerk "Kreuzigung".

Tagebucheintrag 7. Februar 1903: „Aber weit zurück gedrängt wurde diese Arbeit ( an Ceres) u. noch mehr an dem Germanen , von der durch das Studium eines herrlichen Juden geradezu erzwungenen Idee: Goliath u. David. Nachdem ich Ausdrucksstudien auf schwarzem Papier mit Pastell gemacht, versuchte ich diese Composition ebenfalls mit diesen Mitteln…“
15. Juni::  „Der langhaarige Jude, dessen anregendem Aussehen ich die Idee zu Goliath verdenke u. der mir die biblischen Gestalten so lebendig gemacht hat, dem ich mich so verpflichtet glaubte, um ihn zum Teilhaber an etwaigen Verkäufen der nach ihm entstandenen Arbeiten zu machen, ist am 12.d.M. auf meine Veranlassung ins Siechenhaus gebracht worden, weil er, offenbar geistig gestört, religiöse Wahnvorstellungen hatte u. sich auch verfolgt glaubte…
Erschütternd ausdrucksvoll waren seine Mienen bei einem Schmerzausbruch, so dass ich immer einen Momentapparat gewünscht habe. So werden meine auf ihn bezüglichen Arbeiten zu Unica` s u. meine Absicht, Goliath noch einmal u. größer zu malen, ist vorüber.
18. Juni:: Als ich ihn vorgest(ern) besuchte, fand ich ihn wieder ganz normal u. der Arzt wird ihn bald entlassen, aber ich traue mich nicht zu glauben, dass es so bleibt.
24. Juni: Gestern war er bei mir, wieder froh u. vergnügt, voller Dankbarkeit, so viele gute Menschen kennen gelernt zu haben und seine Krankheit hinter sich zu wissen.
Seine Genesung soll mir auch ein Grund sein, die Vergrößerung von David und Goliath durchzusetzen, wenigstens zu versuchen.
4. Dez. 1903:  "..... Toddüsteres Novemberwetter wich trockenem Dezemberfrost. Fremd und kalt sieht alles mich an seit die Verbindung mit der Welt, die Wurzel meines Daseins, die Mutter mir fehlt. Ich komme mir vor wie verpflanzt in eine fremde Welt, in der keine Sonne wärmt und leuchtet. Bin ich kräftig genug, darin neue Wurzeln zu fassen oder soll ich an der Trennungswunde eingehen? Vorhin kam mein Goliathmodell Jellinek ins Atelier und teilte mir traurig mit, dass er wohl wieder in die Anstalt müsse, es sei ihm wieder so weh zumute. Er gestand, er sei zu Richard Müller bestellt gewesen, habe aber unterwegs einem Kinde den Berg hinunter geholfen, dass bei dem Schneewetter weinend hilflos dagestanden habe, die Schuhsohlen seien so dick mit Schneeeis bedeckt gewesen, dasses immer hinterrücks hingefallen sei. Da er nun eine halbe Stunde zu spät gekommen sei, habe ihn Müller fürchterlich behandelt und seitdem gehe es ihm schlecht. Der ihm bewilligte Urlaub habe aber das Übel noch verschlechtert. Ich redete ihm gut zu und hoffe, dass sich die Unruhe wieder legen wird, obgleich ich einen Rückfall immer befürchtete. Jellinek ist ein seltener Mensch, der höchste Achtung verdient.        9. Dec.:Hauptsächlich um zu wissen wie es ihm geht, hatte ich ihn heute bestellt und fand ihn zu meiner Freude wieder normal, das heißt glücklich.

Screaming man
Portrait of the famous jewish model Jellinek

Pastell, signiert
Pastel, signed

(Nähere Erklärungen zu graphischen Techniken s. Leiste links)
(More about graphic-techniques see left column))


Enstehungszeit / time of origin: 1903
Größe/size (in cm.) ca.:35x50
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