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Rudolf Schuster
[ zu Rudolf Schuster, aus "Ludwig Richters Schülerkreis" von Karl Josef Friedrich (1956) ]
(Markneukichen 1848-1902)
Geboren 1.9.1848 in Markneukirchen, gestorben 30.6.1902 in Markneukirchen. 1863-1865 Schüler der Dresdener Akademie,
1867-1873 in Ludwig Richters Atelier. 1874 Aufenthalt in München, wo er durch E. Schleich und A. Lier beeinflusst wurde. 1875-1876 in Düsseldorf. 1879 erste Italienreise, der noch mehrere folgten. Studienfahrten in das Riesengebirge, die Eifel, die Rhön, das Erzgebirge und die Alpen. 1886-1888 in Berlin, 1890-1894 in Dresden, 1894-1896 in Weimar und 1898-1900 in Meran wohnhaft.
Schuster ist einer der spätesten aber auch der begabtesten Schüler Richters, dessen Atelier er erst 1875 verließ. Dort hatte er nicht nur Richters Landschaftskonzept in sich aufgenommen, sondern war auch mit den malerischen Tendenzen einiger älterer Mitschüler wie Carl Wilhelm Müller und Albert Venus konfrontiert worden. Während seine Zeichnungen aus dieser frühen Dresdener Zeit von Blättern Ludwig Richters oft kaum zu unterscheiden sind, geraten ihm die Gemälde von Anfang an malerischer.
Das seine zehnjährige Studienzeit abschließende Hauptwerk, der «Schreckenstein bei Aussig» (1872) knüpft kompositorisch an des Lehrers reifen Landschaftsstil an, gibt sich aber in der malerischeren Gesamthaltung wesentlich moderner. Während hier die Figurengruppe des Vordergrundes innerhalb der Komposition noch jene gewichtige Bedeutung hat, wie sie Richters Landschaftsauffassung entspricht, gelangt Schuster bereits in seiner Münchener und Düsseldorfer Zeit zur reinen Landschaft, die nur noch ausnahmsweise menschliche Figuren einbezieht. In den Landschaften der Münchener Maler Eduard Schleich und Adolf Lier fesselte ihn ganz besonders die Wiedergabe des Atmosphärischen. Schon 1874 hatte Richter seinen Schüler aufgefordert, studienhalber nach Italien zu gehen, «um den Gegensatz unserer einfachen nordischen Gegenden umso geschärfter auffassen zu können.» Doch erst 1879, nach ausgedehnten Studienreisen in den deutschen Mittelgebirgen, in Oberbayern und den Alpen, brach Schuster endlich nach dem Süden auf. Anders als Richter trat er der italienischen Natur mit gefestigten Ansichten und einer ausgebildeten individuellen Handschrift gegenüber.
Dort in Rom lebte in den Bildern Edmund Kanoldts, Heinrich Franz-Drebers und Friedrich Prellers d.J. noch immer die Tradition der idealen Landschaft weiter fort. Schuster erfasst die italienische Natur allein als sinnliche Erscheinung. Nicht Rom interessierte ihn in erster Linie, sondern die eindrucksvolle Weite der Campagna und die Großartigkeit des Sabinergebirges.
Mehr noch als Italien hat ihn freilich immer wieder das Erlebnis der deutschen Mittelgebirge bewegt. In späterer Zeit war es besonders die düstere Schönheit des Riesengebirges, die den unermüdlichen Wanderer anzog. Entfernte er sich auch im Technischen und Ausdruckshaften seiner Malerei von den längst anachronistischen Anschauungen Richters, so hielt er doch stets an dessen ethischen Prinzipien fest. So fordert er noch in einem Brief gegen Ende seines Lebens «jene unbedingte Hingabe an die Natur, aus der der Künstler ja nicht anders kann, als schlicht und naiv zu schaffen...» H.J.Neidhardt
Die hier angebotenen Werke stammen sämtlich aus der Familie des Künstlers
Provenance for the following works by Schuster is the artists family
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