Gelbke, George (1882-1947),,

Georg Gelbke
(1882-1947)

Ausgewählte Werke

Selected works

Gelbke, Georg Hermann (Georg), dt. Maler, Radierer, Zeichner, *12.9.1882 Rochlitz, †17.3.1947 Dresden. 1901-07 Dresdenaufenthalt, anfangs an der KGS bei Oskar Seyferth und ab 1902 Stud. an der KA Dresden, zunächst in der Zeichenklasse von Richard Müller, dann bei Oskar Zwintscher; 1907 Meisterschüler bei Gotthardt Kuehl. Dazwischen Stud. an der KA München bei Carl von Marr und Herterich. Weitere Studienaufenthalte verbrachte er in Sachsen, Bayern und der Schweiz. 1907 Mitbegr. der Künstlergruppe Chemnitz. Ab 1910 freischaffend dauerhaft in Dresden tätig (Atelier in der Ostbahnstraße 29). oo1918 Cölestine Arndt. Ab dem Stud. eng mit Richard Birnstengel befreundet, später auch Kontakt zu Josef Hegenbarth. Oft hielt er sich bei Pfarrer Karl Josef Friedrich in Seifersdorf auf und führte nach dessen Vorschlägen 1929 die Emporen- und Kanzelbemalung für die Kirche in Schönborn aus. In einem emblemat. Bildzyklus sind die Acht Seligpreisungen sowie die Zehn Gebote in Wort und Bild in den Emporenfüllungen dargestellt. Studienreisen nach Böhmen, Mecklenburg, Norwegen, Dalmatien, Sylt, Ostpreußen und Kärnten. Ab 1934 bis zum 2. WK verbrachte er mit R.Birnstengel die Sommermonate an der Kurischen Nehrung in der Künstlerkolonie Nidden. Dort entstanden zahlr. Skizzen in Feder, Kohle oder Bleistift (Ein Ungestüm) sowie Aqu. (Dünenlandschaft, 1932; Bootsbauer, 1936), welche im Atelier oft in Ölbilder umgesetzt wurden. Nebenbei beobachtete G. in Karikaturen das Leben auf der Nehrung (Badegäste bewundern die Segelflieger, 1934; Bootsbauer, 1936). G. beschickte die Gemeinschafts-Ausst. der Chemnitzer Künstlergruppe und war an zahlr. weiteren Ausst. beteiligt. Während des 2. WK wandte er sich verstärkt dem christl. Glauben zu und beschäftigte sich mit der Phil. von Rudolf Steiner. Obwohl er während des Krieges einen Teil seiner Arbeiten auslagerte (z.B. nach Seifersdorf), ging ein Großteil seines Lebenswerkes verloren, als beim Bombenangriff am 13.2.1945 G.s Wohnung und Atelier zerstört wurden. – Die erstaunl. Vielfalt in G.s Schaffen und Talent wird in zahlr. Zchngn, Aqu., druckgraph. Bll. und Gem. deutlich: Portr. und figürl. Komp., die von Bewegung und Leichtigkeit erfüllt sind, Lsch. sowie erfindungsreiche Gebrauchsgraphik mit zahlr. Exlibris. G. illustrierte auch Gedichte von Dorothee Tarren (1915) und das Zwintscher-Buch mit Lebensreimen des Malers (1916). Anfangs ist G.s Kunst von der Sehnsucht nach Ebenmaß und Schönheit des menschl. Körpers geprägt und durch Gestalten Hodlers und Nachklänge des Jugendstils beeinflußt. Um 1910/11 wandte sich G. dem Impressionismus zu, bestärkt durch einen Studienaufenthalt in Paris 1912. Die Farben werden lockerer und die Strichführung flüssiger, die Lsch. sind geprägt von atmosphär. Licht, die Figuren von schwereloser Beweglichkeit (Tauziehen, 1911; Welttanz, 1918). Während des 1.WK zunehmend expressionist. Gestaltungsweise. Straffe, oft kristalline Formen treten neben bedrohl. Dunkelheit. In ausdrucksstarken Blättern (Der gefesselte Tod, 1913) und Graphikfolgen (z.B. Mich schaudert des Krieges, 1916) zeigt G. ergreifend die Schrecken des Krieges. In den 20er Jahren entstehen, meist in Öl, zahlr. Sportlerbildnisse (Handballgruppe, 1926) und Kinderstudien (Gretel, 1916). Im Hexentanz (1924) wird Bewegung wieder thematisiert. Zw. 1910 und 1924 erreicht G.s zeichner. und graph. Schaffen den Höhepunkt. Er bevorzugt nun die Kaltnadel-Rad. mit einem Diamanten, durch den geringen Widerstand wird eine zügige und spontane Arbeitsweise möglich. Ab M. der 1920er Jahren entstehen zahlr. Aquarelle. Ab 1930 sind kaum noch Rad. bekannt. Die Farb-Gest. geht zunächst von der Zchng aus, wird dann aber flächiger und eignete sich bes. für Blumen und Landschaften. Zeitlebens ist das Licht ein Thema von G.s Kunst, das bes. im Aqu. feinfühlig behandelt wird.

Georg G e l b k e, D r e s d e n im Jahre 1927 über sich selbst: In dem Muldenstädtchen Rochlitz i. Sa. erblickte ich am 12.9.1882 als Sohn eines Arztes das Licht der Welt. Eine Rachitis verursachte doppelte Rückgratverkrümmung. Dieses Gebrechen brachte mir nicht wenig bittere, aber auch heilsame Stunden und machten mich empfindsam und dauernd leidend, ohne meinen Tätigkeitsdrang unterbinden zu können. Nach Beendigung der Realschule studierte ich in Dresden auf der Akademie unter den Professoren R. Müller, 0. Zwintscher und G. Kuehl. Alsdann bildeten München und Paris einen gewissen Abschluß der Studienjahre. Die ersten Bildgestaltungen waren symbolische Vorwürfe wie: Frühling, Sehnsucht, Trauer, Erwachen. Darauf folgten Tänze, Badende und sport-liche Motive. Bildnisse, Landschaften, Tiere und Blumen sind eingestreut. Ein umfangreiches Werk von Zeichnungen, Radierungen von Bildnissen, Landschaften, Exlibris und ganzen Blattfolgen kommt als Ergänzung zu den vorher erwähnten Arbeiten hinzu.

 

Gelbke, George (1882-1947) ,Norwegischer
Wasserfall,Radierung,Etching,1922 - Waterfall un
Norway,
Gelbke, George (1882-1947) - Norwegischer Wasserfall, (Waterfall un Norway)
Gelbke, Georg (1882-1947),Tanz gegens Licht I,Radierung,Etching,1914 -
Dancing towards the light I,
Gelbke, Georg (1882-1947) - Tanz gegens Licht I, (Dancing towards the light I)

Gelbke, George (1882-1947) ,Landschaft III,Radierung,Etching,ca. 1912 -
Landscape III,
Gelbke, George (1882-1947) - Landschaft III, (Landscape III)
Gelbke, George (1882-1947) ,Landschaft - Hoher
Himmel,Radierung,Etching,ca. 1912 - Landscape - High
Sky,
Gelbke, George (1882-1947) - Landschaft - Hoher Himmel, (Landscape - High Sky)
Gelbke, Georg (1882-1947),Tanz gegens Licht,Radierung,Etching,1914 -
Dancing towards the light,
Gelbke, Georg (1882-1947) - Tanz gegens Licht, (Dancing towards the light)

Sich lieben (Love)


Gelbke, George (1882-1947),Landschaft mit
Wikingerboot,Radierung,Etching,1914 - Rainy Landscape with a
boat,
Gelbke, George (1882-1947) - Landschaft mit Wikingerboot, (Rainy Landscape with a boat)
Gelbke, George (1882-1947) und Birnstengel, Richard
(1881-1968),Kunsthütte Chemnitz,Radierung,Etching,1921 - Invitation for a
common exhibition ,in Chemnitz 1921
Gelbke, George (1882-1947) und Birnstengel, Richard (1881-1968) - Kunsthütte Chemnitz,Einladung zur gemeinsamen Ausstellung (Invitation for a common exhibition )
Gelbke, George (1882-1947) ,Neujahrsgruss 1919,Radierung,Etching,1918 -
New-Years greetings 1919,
Gelbke, George (1882-1947) - Neujahrsgruss 1919, (New-Years greetings 1919)

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