Kritik von Th. Gell zu den zu den um 1820 entstandenen "malerischen An- und Aussichten der Umgegend von Dresden" von C.A. und Ludwig Richter, aus  dem "Abendzeitlichen Wegweiser"  Nr. 31 erschienen im Jahre 1821:

Es vereinen sich in diesen, mit Geist und Leben radierten Blättern, in bequemen Quartformat Wahrheit und Kunst, Anschaulichkeit und Wert.
Sie bieten eine Reihenfolge der interessanten Punkte dar, wie sie schwerlich irgendeine Binnenstadt sich zu erfreuen haben wird, und sie sind sämtlich von den angenehmsten Standpunkten selbst aufgenommen.
Man kann die Gegenstände, die oft ungemein zahlreich sind, bis ins kleinste Detail verfolgen und wird sie stets wahr und in der treuesten Nachschrift der Natur finden. Denn dies ist neben dem Fleiße, in dem alles ausgeführt ist, zugleich ein Grundvorzug dieser kleinen Blätter, die sie vor anderen, die ähnliche Gegenden  wiedergeben, voraushaben, und wodurch sie gleichsam topographischen Wert neben dem der Kunst erhalten und für die Erinnerung dem, der diese Gegenden selbst beschaute höchst schätzbar werden. Sehr viele davon sind zum Behufe dieses Werkes ganz nach neuen Aufnahmen gearbeitet, andere aus früheren Zeichnungen verbessert, alle nochmals genau durchgegangen. Noch müssen wir aber mit besonderem Labe den Fleiß, die gute Wahl und die Sorgfalt der beiden Künstler in den Staffagen ihrer Landschaften gedenken. Es würde zu weit führen, sie alle anzugeben, aber verschweigen können wir es nicht, wie geistreich sie hier fast durchgehends gewählt haben und wie bald eine Prozession, bald ein Leichenzug, bald ein frohes Fest, bald ein einsamer Wanderer, bald ein frommer Beter, bald heitere Reisende, bald Herden, bald schönes Wild, bald irgend ein anderer, stets dem Orte und den Umgebungen vollkommen angemessener Gegenstand uns begegnet.

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